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Frauentagsempfang in Delmenhorst Frauen fordern flexible Arbeitszeitmodelle

Von Antje Cznottka | 08.03.2015, 13:02 Uhr

Zum traditionellen Empfang anlässlich des Internationalen Frauentags waren am Samstag rund 150 Frauen in die Markthalle gekommen.

„Es ist wichtig, dass die Frauen an ihre Rechte erinnert werden, damit sie sie auch einfordern“, sagte Heike Klattenhoff vom Ver.di-Bezirk Weser-Ems und Mitorganisatorin des Empfangs. Eingestimmt wurde das fast ausschließlich weibliche Publikum in der Markthalle von der Frauen-Sambagruppe Sambrassa. „Wir sind laut und wollen uns Gehör verschaffen. Dieses Motto geben wir am Frauentag weiter“, erklärte Sambrassa-Mitglied Ulrike Schlausch.

Im folgenden Vortrag beleuchtet Heike Klattenhoff das Thema Zeit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter gesundheitsfördernden Arbeitszeitbedingungen sei besonders für Frauen nicht gegeben. „Individuelle Lebensentwürfe müssen in der Arbeitswelt respektiert werden“, forderte Klattenhoff. Dabei ginge es nicht nur um Lebensqualität, sondern immer öfter um die Vermeidung von psychischen Stress-Erkrankungen.

Diesen Aspekt griff auch Edith Börner, Kabarettistin und Diplom-Sozialwissenschaftlerin, in ihrem Infotainment-Programm „Megatrend Frauen – mehr als Blumen“ auf. Jede Zeit der Frauenbewegung habe ihr Thema gehabt. Heute drehe es sich vor allem darum, die Entgelt- und Arbeitszeitlücke zu schließen. „In Deutschland wird immer vom Fachkräftemangel gesprochen. Viele Frauen sind trotz Master, Diplom und Meisterbreif unbeschäftigt. Denn diese hoch qualifizierten Frauen suchen zuerst einmal einen Kita-Platz“, scherzt Börner. Auch der Telearbeitsplatz ist diesbezüglich keine Lösung, wie Börner in einem Sketch feststellte.