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Freibeträge bei Pfändung erhöht Paritätischer Delmenhorst berät Schuldner

Von Marco Julius | 15.07.2017, 20:04 Uhr

Die in der Zivilprozessordnung festgesetzen Pfändungsfreigrenzen sind zum 1. Juli erhöht worden. Darauf weist die Schuldnerberatung des Paritätischen Delmenhorst hin.

Bei Konten- oder Lohnpfändungen haben die Betroffenen Anspruch auf pfändungsgeschützte Beträge, die die Existenz der Überschuldeten sichern sollen.

Die Schuldnerberaterinnen Sabine Heyen und Claudia Schmolke-Dreyer erläutern, dass die jetzt geltenden höheren Freibeträge im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden sind.

Meist auotmatische Anpassung

Bei Inhabern eines sogenannten P-Kontos, das Pfändungsschutz bei Girokonten gewährleistet, würden von den Geldinstituten die Freibeträge automatisch angepasst. Dies gelte, wenn die Freibeträge von der Schuldnerberatung oder anderen anerkannten Stellen bescheinigt worden sind. Die Ausstellung einer neuen Bescheinigung sei also nicht notwendig. Genauso würde auch mit beim Arbeitgeber vorliegenden Lohnpfändungen verfahren, wobei der Arbeitgeber die neuen Beträge ab 1. Juli anwendet.

Anträge bei Gericht stellen

„Wenn allerdings Pfändungsschutz durch Gerichtsbeschlüsse erwirkt worden ist“,teilen die Beraterinnen mit, „müssen diese Beschlüsse beim jeweiligen Amtsgericht angepasst werden“. Hier sei es notwendig, bei den Gerichten entsprechende Anträge zu stellen. Bei sogenannten Blankettbeschlüssen, bei denen die Gerichte schon ausgepfändete Zahlungen des Arbeitgebers auf das P-Konto als pfändungsfrei bescheinigt haben, sei eine solche Änderung des Beschlusses aber nicht nötig.

Weitere Informationen sind beim Paritätischen Delmenhorst an der Bismarckstraße 21 unter (04221) 152550 erhältlich.