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Vorstoß bei Stadtspitze Friedensforum Delmenhorst will Atomwaffen ächten

Von Thomas Breuer | 03.08.2019, 20:17 Uhr

Das Friedensforum Delmenhorst wünscht sich von der örtlichen Politik ein deutliches Signal gegen Atomwaffen.

Am Dienstag, 6. August, und am Freitag, 9. August, jähren sich die 1945 erfolgten Abwürfe von Atombomben auf die japanischen Großstädte Hiroshima und Nagasaki zum 74. Mal. Für das Friedensforum Delmenhorst hat dessen Sprecher Vahit Oflazoglu aus diesem Anlass einen Aufruf verfasst, in dem er auch die Ratshausspitze und die im Rat vertretenen Fraktionen ersucht, ein Zeichen für eine weltweite nukleare Abrüstung zu setzen.

"Welt ist nicht sicherer geworden"

Seit den verheerenden Bombenabwürfen, die Zehntausende Menschen den Tod brachten, sei die Welt „kaum sicherer geworden“, heißt es in dem Aufruf. Und weiter: „Im Gegenteil. Gerade in diesen Tagen ist der INF-Vertrag aufgelaufen, der bisher die Aufstellung landgestützter Mittelstreckenraketen verbot. Die USA und Russland sind damit völkerrechtlich frei, an einer neuen Aufrüstungsspirale solcher Waffensysteme zu arbeiten. Damit erhöht sich auch die Kriegsgefahr.“

Verweis auf weltweite Initiative

In Erinnerung an die Bombenabwürfe von 1945 spreche sich das Friedensforum gegen jedwede Produktion, Lagerung, Weiterverbreitung und gegen jeden Einsatz von Atomwaffen aus, von welcher Seite auch immer. Die Möglichkeit, auch vor Ort ein deutliches Zeichen zu setzen, sieht Oflazoglu in der Unterstützung einer friedenspolitischen Initiative der Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki. Diese haben eine weltweite Organisation ins Leben gerufen, der bereits 7750 Städte und Gemeinden aus 163 Ländern angehören.

Stadt soll sich offiziell einreihen

Oflazoglu schreibt: „Das Friedensforum hat den Oberbürgermeister der Stadt sowie die im Rat vertretende Fraktionen gebeten, dieser auch von zahlreichen Städten der Region mitgetragenen Organisation beizutreten. So kann gewährleistet werden, dass auch auf kommunaler Ebene der weltweite Kampf gegen Atombewaffnung und Atomwaffeneinsatz begleitet und unterstützt wird.“

"Signal von moralischem Wert"

Ein entsprechendes öffentliches Signal wäre nach Einschätzung des Friedensforums „gerade in dieser Gedenkwoche zu den Atombombenabwürfen von hohem moralischen und politischen Wert“. Auch außerhalb der traditionellen Friedensbewegung gebe es inzwischen wesentliche Kräfte, „die sich der atomaren Kriegsgefahr konsequent entgegenstellen wollen“.

Mehr Informationen:

Das Friedensforum Delmenhorst wird am Samstag, 10. August, ab 10 Uhr in der Innenstadt mit einem Informationsstand vertreten sein. Dort wollen Aktivisten mit der Bevölkerung ins Gespräch darüber kommen, wie in der Stadt konkret der Einsatz für nukleare Abrüstung vorangetrieben werden kann.