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Frische Blumen direkt vom Feld Große Vielfalt für Selbstpflücker in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 29.07.2015, 17:08 Uhr

„Wer hier Blumen pflückt, ist Genusspflücker und ehrlich – einen geklauten Strauß guckt man sich doch nicht eine ganze Woche an.“

Insa Oetjen muss es wissen. Seit nunmehr 15 Jahren bietet sie an der Dwoberger Straße in Höhe Tiergarten Blumen zum Selbstpflücken an und setzt auch in dieser Saison auf Vertrauen.

Manche blühende Schönheiten, etwa die Sonnenblume, sind bei ihr pro Stück zu bezahlen, ganze Sträuße dagegen nach Bunddicke, wofür es Schablonen gibt. Das funktioniert offensichtlich, Oetjen mag nicht klagen.

Löwenmäulchen, Astern, Zinnien und viele mehr

Im Stadtgebiet gibt es seit etlichen Jahren verschiedene Felder, auf denen Blumen zum Selbstpflücken zu haben sind. Meist Sonnenblumen, Gladiolen und noch ein bisschen mehr. Insofern macht Oetjen vermutlich das attraktivste Angebot in Delmenhorst. Die Liste der frisch zu schneidenden Blumen ist lang. Sie umfasst Rudbekien, Löwenmäulchen, Astern, Zinnien, Dahlien und andere mehr.

Auch wenn nach ungespritzten Ringelblumen gefragt wird, kann Oetjen nicken. „Die holen sich manche Leute, um sie mit Schweineschmalz auszulassen und davon eine Creme zu machen.“

Generell versucht die 43-Jährige, ohne Pflanzenschutzmittel auszukommen, nur bei einem Läusebefall einzelner Arten gehe es manchmal nicht anders. „Aber alles, was in den Mund geht, wird nicht gespritzt.“

Breites Sortiment an Kräutern

Auch davon gibt es an der Dwoberger Straße so einiges. Gewürztagetes, Arzneikamille, Majoran, Thymian, Salbei, um nur einige Arten zu nennen, zieren ebenfalls den Garten und können als Bund mitgenommen werden.

Eine derartige Vielfalt und auch die schriftliche Kennzeichnung dessen, was dort wächst und gedeiht, machen Oetjens liebevoll gepflegtes Sortiment nicht nur für Selbstpflücker interessant. Weil die gesamte Anlage auch als Lehrgarten durchgehen könnte, schauen dann und wann Kindergartengruppen vorbei. Für die ist über die Blumen hinaus auch die kleine Viehhaltung auf dem denkmalgeschützten Hof eine Attraktion.

Kein Gartenbesuch ohne einen Plausch über das Wetter. „In diesem Jahr“, sagt Oetjen, „habe ich so viel gegossen wie noch nie.“

Schlechte Erfahrungen beim Eierverkauf

Eier und Kartoffeln könnte die Huderin auf dem elterlichen Hof übrigens auch anbieten, so wie früher schon mal. In einem Schrank standen die, jeder konnte entnehmen, was er braucht, und das Geld in eine Kassette werfen. Rund ein Drittel, erinnert sich Oetjen, sei ohne Bezahlung davongetragen worden. Da hat sie die Lust daran verloren – und bedient jetzt allein die Genusspflücker.