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Frostschäden an Hauptstraßen Flickwerk statt Straßenausbau in Delmenhorst

Von Sonia Voigt | 05.02.2017, 21:17 Uhr

Schlaglöcher ärgern Anwohner auf mehreren großen Straßen im Stadtgebiet. Doch um die Ausbaupläne der Stadt steht es nicht gut. Daher kann vorerst nur weiter geflickt werden.

Der Winter ist noch nicht vorbei, doch der Frost hat auf Delmenhorster Fahrbahnen schon deutliche Spuren hinterlassen. Statt grundlegender Sanierungen ist auf Sicht aber vielerorts nur Flickwerk möglich. Denn die Ausbaupläne für Nord- und Dwostraße sowie für Syker Straße und Hasporter Damm sind vorerst gestoppt – zum Ärger einiger Anwohner.

Flickarbeiten an zwei Straßen verschlingen 7000 Euro

Aufgrund des Wechsels von Frost und Tauwetter sind laut Stadtsprecher Timo Frers im ganzen Stadtgebiet vermehrt Schlaglöcher auszubessern. „An den Hauptverkehrsstraßen traten – bedingt durch die Verkehrsbelastung – natürlich vermehrt Schäden auf, die behoben werden mussten“, erläutert Frers. Beispiele sind Syker und Dwostraße. Allein im Jahr 2015 hat das Flicken der Frostschäden an diesen beiden Straßen 7000 Euro gekostet, 6000 Euro waren es 2016, teilt der zuständige Fachbereich über Frers mit.

Zu hohe Kosten und zu lange Bauzeit

Dass der Zustand der Nord- und der Dwostraße schlecht ist, ist auch der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bekannt. Deren Oldenburger Geschäftsbereichsleiter Joachim Delfs erklärt, warum seine Behörde trotzdem gerade ablehnte, Delmenhorst bei der Sanierung zu unterstützen (dk berichtete) : „Die Förderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz ist nur bis 2019 gesichert, die Stadt rechnet aber mit einer Bauzeit bis 2023.“ Neben der langen Bauzeit seien mit 6,5 Millionen Euro auch hohe Kosten für das Projekt veranschlagt, dafür aber nur eine relativ geringe Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erwarten, erläutert Delfs. Delmenhorst ist mit der Ablehnung jedoch in guter Gesellschaft, laut Delfs konnte weniger als die Hälfte der Anträge berücksichtigt werden.

Ganz neue Planung nötig

Mit der jüngsten Ablehnung ist klar, dass die einfache Fortschreibung alter Pläne nicht mehr hilft. Denn auch im Jahresbauprogramm 2018 haben Nord- und Dwostraße angesichts der auslaufenden Förderung keine Chance. Die im städtischen Haushalt vorgesehenen Mittel für diese Straßen wie auch für den Hasporter Damm werden gerade gestrichen. Auch der Ausbau der Syker Straße ist vertagt. „Über eine Neuveranschlagung ist nachzudenken“, sagt Stadtsprecher Frers.

„Flicken hilft schon lange nicht mehr“

Unter den Anwohnern wächst indes die Unzufriedenheit. Besonders über die Dwostraße empören sich viele dk-Leser auf Facebook. „Eigentlich ist die Straße komplett hin, da hilft das Flicken schon lange nicht mehr“, schreibt Kevin Voigt. „Nur weil die Stadt ihr Geld in der Fußgängerzone verbuddelt“, ärgert sich Karl David über falsche Prioritäten. Die beklagt auch Sandra Warnken, denn die Stedinger Straße zwischen Kaufland und Aral sei erfolgreich erneuert worden, obwohl der Zustand besser war als an der Dwostraße. Kritik gibt es zudem am Zustand der Straßen An der Riede, Hasporter Damm, Syker Straße und Fridtjof-Nansen-Straße.