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Frühjahrsmarkt in Delmenhorst Schausteller-Frauen läuten Kramermarkt mit Tradition ein

Von Jasmin Johannsen | 29.04.2017, 19:56 Uhr

Konkurrenzgedanke? Nicht bei den Schaustellerinnen auf dem Delmenhorster Kramermarkt. Seit rund 30 Jahren feiern sie ihre eingeschworene Gemeinschaft mit einem traditionellen Ereignis.

„Das ist hier keine Pflichtveranstaltung, aber trotzdem kommen alle immer gerne mit“, erklärt Margarethe Berger. Die Delmenhorsterin verkauft schon seit Jahrzehnten Back- und Süßwaren auf dem Kramermarkt.

Der Delmenhorster Frühjahrsmarkt stellt für sie in jedem Jahr eine Besonderheit dar und das nicht bloß, weil er in ihrer Heimatstadt stattfindet. Denn nur hier begehen die befreundeten Schaustellerinnen eine Tradition, die sich bei allen großer Beliebtheit erfreut. „Wir unternehmen immer gemeinsam etwas am Donnerstagabend vor dem Marktbeginn“, erklärt Berger. Ob Lokale in Oldenburg, Bad Zwischenahn oder mit dem Boot in Bremen unterwegs, die illustre Truppe ist schon viel rumgekommen.

Mit der Limousine durch Delmenhorst

Früher seien sie mit Bussen gefahren, heute ist der Abholservice eine Nummer glamouröser. „Letztes Jahr haben wir noch gestaunt aber jetzt sind wir daran gewöhnt“, lacht Ilona Fischer, als zwei Stretchlimousinen durch die engen Gassen des Marktplatzes manövrieren.

Fischer war es auch, die die Tradition zusammen mit ihrer ehemaligen Kollegin Doris Malon vor rund 30 Jahren gestartet hat. Sie war damals tätig in einer der Imbissbuden und obwohl die Schaustellerin schon seit einigen Jahren pensioniert ist, lässt sie sich den Ausflug nicht entgehen.

„Männer dürfen zuhause bleiben und auf die Kinder aufpassen!“

„Damals hatten wir fünf D-Mark in der Tasche und haben das Geld hier am Kiosk auf dem Platz verfeiert“, erzählt Fischer über die Anfänge. Danach seien sie über den Markt geschlendert und hätten von den Schaustellern noch zusätzlich Geld gesammelt. „Dabei kam so viel zusammen, dass wir für das nächste Jahr alle Frauen zum Essen eingeladen haben“, fügt Fischer hinzu. Das Sammeln ist geblieben, auch heute noch gibt jeder so viel Geld, wie er mag, um den Damen einen schönen Abend zu ermöglichen.

Was mit einem kleinen Umtrunk begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem echten Event. „Da haben die Männer Augen gemacht“, erinnert sich Fischer, als sie von den erlebnisreichen Unternehmungen erzählt. Ob die Schausteller eine ähnliche Tradition wie ihre Frauen haben? Julia Ricke-Dannemann verneint: „Die dürfen zuhause bleiben und auf die Kinder aufpassen!“