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Für Berufseinsteiger Second-Hand-Shop in Delmenhorst als Testfeld

Von Alexander Schnackenburg | 28.04.2016, 17:18 Uhr

„Viele Kleidungsstücke für wenig Geld“: So lautet das Motto des Second-Hand-Shops „Limit“, den das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) jetzt im Auftrag des Jobcenters Delmenhorst auf dem Nordwollegelände ins Leben gerufen hat.

Während sich die Delmenhorster auf ein neues Geschäft mit über 1000 Kleidungsstücken, Bettwäsche und Handtüchern zu niedrigen Preisen freuen können, hoffen BNW und Jobcenter mit „Limit“ einen wertvollen Beitrag zur Integration junger Erwachsener in den ersten Arbeitsmarkt zu leisten.

14 junge Erwachsene beteiligt

Alles in allem arbeiten 14 junge Erwachsene unter 25 bei „Limit“, bereiten sich im Zuge einer Jugendfördermaßnahme auf den Einstieg ins Berufsleben vor. „Es geht darum, dass sich die jungen Menschen erproben, Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit und das Sicherstellen von Strukturen erlernen“, erläutert Ela Wemken, Teamleiterin U25 beim Jobcenter Delmenhorst. Ob die „Limit-Belegschaft“ letztlich tatsächlich Berufe in der Kleidungsbranche ansteuere oder etwas ganz anderes machen wolle, sei zweitrangig.

Mit Kunden kommunizieren

Auch Harmut Lindemann, Teamleiter am BNW, stellt klar, dass es für den einen oder anderen Teilnehmer noch darauf ankomme, überhaupt erst einmal auszuloten, wo seine Interessen und wo seine Stärken lägen. Dass sie parallel hierzu bereits lernten, mit Kunden zu kommunizieren, sei umso schöner.

Das sieht auch die 19-jährige Katja Müller so. Zwar möchte sie später einmal als Friseurin oder als Erzieherin arbeiten. Zur Vorbereitung aber freut sie sich auf „Limit“. Denn auch hier werde sie viel mit verschiedenen Menschen zu tun haben, erklärt sie, gewinne möglicherweise an der notwendigen Sicherheit, um sich erfolgreich auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Ihre 21-jährige Kollegin Anissa Bedoni möchte während ihrer Zeit bei „Limit“ ihren Hauptschulabschluss nachholen. Nicht zu arbeiten, hat sie festgestellt, mache depressiv. Daher wolle sie nun, nach zuletzt schwierigen Jahren, die Chance ergreifen und durchstarten.

Erlös fließt ans DRK zurück

Sämtliche Kleidungsstücke, die bei „Limit“ über die Ladentheke gehen, stammen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Der Erlös, den der Laden erzielt, fließt an das DRK zurück. Jeder kann das zunächst bis Ende August befristete Projekt unterstützen, indem er alte Kleidungsstücke beim DRK an der Schulstraße 17 abgibt. „Limit“ an der Lahusenstraße 2, hat dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr, mittwochs von 13 bis 14.30 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr geöffnet.