Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Für Delmenhorster Viertklässler Lehrreiche Walderlebnisspiele auf der Großen Höhe

Von Marco Julius | 19.10.2017, 16:22 Uhr

Der Wald. Mythos, Märchen- und Sehnsuchtsort, Lebensraum für Tiere und Pflanzen: Er übt stets einen besonderen Reiz aus. Doch das Wissen um den Wald, das geht mehr und mehr verloren. Schon zum 17. Mal gibt es jetzt deshalb die Walderlebnisspiele auf der Großen Höhe.

Viertklässler Delmenhorster Grundschulen nehmen daran teil, wie Peter Lünenborg, Vorsitzender des Vereins für das Schullandheim Große Höhe, neben dem Hegering Delmenhorst, der Niedersächsischen Landesforstverwaltung und der Stadt Delmenhorst maßgeblich an der Organisation beteiligt, erläutert. „Gerade für Stadtkinder ist das ein besonderes Erlebnis, sie betreten eine Welt, in die sie sonst oft gar nicht mehr kommen“, sagt er.

Spielerisch lernen

Auch Revierförster Jens Meier sieht neben dem pädagogischen Aspekt der Walderlebnisspiele – es gibt jede Menge zu lernen – den Vorteil, dass die Kinder „gemeinsam rauskommen und eine andere Welt entdecken“. Und das ganz spielerisch und in einer anderen Lernsituation als in der Schule. 24 Stationen gilt es zu durchlaufen. Rund vier Kilometer lang ist der Parcours, der gestern Morgen zum Teil noch in märchenhaftem Nebel lag.

Die Kinder müssen das Alter eines Baumes bestimmen, lauschen Tierstimmen, spielen Duftmemory, bauen eine Holzpyramide, üben sich im Zapfenzielwurf und versuchen, Tiere zu erkennen. Die Stockente etwa und den Mäusebussard. Dass ein Junge der Käthe-Kollwitz-Schule nach einigem Nachdenken sogar den ausgestopften Hermelin erkannte, erstaunte Jäger und Förster dann doch. „Das Wissen um die Pflanzen- und Tierwelt nimmt leider ab“, sagt Revierförster Meier. Der Geistesblitz Hermelin mag da die berühmte Ausnahme bilden.

Spiele ein Erfolgsmodell

Die Kinder jedenfalls lassen sich begeistern für den Wald. Es sind zwar nur ein paar Kilometer von der Stadt hierher, den Wald erleben sie aber tatsächlich als neue eigene Welt. Für Lünenborg ist klar, dass die „Erfindung“ der Walderlebnisspiele ein Volltreffer war. Und deshalb werde es auch 2018 zwei Waldtage für Viertklässler geben.