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Füttern von Tauben erhöht Population Delmenhorster Wochenmarkt hat ein Rattenproblem

Von Thomas Breuer | 11.10.2017, 20:39 Uhr

Marktsprecher Gerold Lintelmann sieht bereits eine „Katastrophe“ für das Image von Markt und Stadt. Er fordert von der Verwaltung ein gezieltes Vorgehen gegen die flinken Nagetiere.

Ratten am Rande des Wochenmarktes, insbesondere im Bereich des Mahnmals und der Delmeterrassen, sind kein neues Phänomen. Neu aber ist nach Einschätzung von Marktsprecher Gerold Lintelmann das massive Auftreten der als Krankheitsüberträger geltenden Nagetiere, wie es am Mittwochvormittag zu beobachten war. „Das ist eine Katastrophe und geht aus hygienischer Sicht gar nicht,“ sagt Lintelmann. Er fordert die Stadtverwaltung zu einem raschen und gezielten Vorgehen auf, das auch im Interesse des Images von Delmenhorst liege.

Ratten flitzen zwischen Tauben umher

Im Bereich des Mahnmals zwischen Rathaus und Markthalle tummelten sich am Mittwochvormittag für jedermann sichtbar zahlreiche Ratten, die zwischen den dort zeitweise ebenfalls in größerer Zahl vorhandenen Tauben über die Steine flitzten. „Für einen Wochenmarkt ist das nicht schön“, meint auch Händlerin Heide Windhorst. Und ihr Kollege Heiko Moorschlatt berichtet: „Heute Morgen war das extrem.“ Selbst unter einzelnen Verkaufswagen in den Randbereichen sind die Ratten nach Beobachtungen der Marktleute während des laufenden Betriebs anzutreffen. „Das fällt auch den Kunden auf“, so Lintelmann. „Wenn wir zehn Tiere sehen, sind bestimmt hundert da.“

„Problem wie in anderen vergleichbaren Städten“

Der Marktsprecher hat Mitarbeiter der Verwaltung schon öfter auf das Problem angesprochen, entsprechende Schritt vermisst er bisher allerdings. Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es dazu aus dem Fachdienst Veterinär- und Ordnungswesen: „Ratten sind in Delmenhorst genauso viel oder wenig ein Problem wie in anderen vergleichbaren Städten.“ In der Regel handele es sich um Wanderratten. Sie würden weiterziehen, wenn sie an einem Ort kein ausreichendes Nahrungsangebot mehr finden.

Speisereste ziehen Ratten an

Eine Empfehlung des Fachdienstes lautet: „Auf öffentlichen Flächen sollten keine Speisereste einfach weggeworfen werden, da diese Ratten anziehen. Auch das Füttern von Tauben oder Enten führt zu einer erhöhten Rattenpopulation, weil diese direkt mitgefüttert werden.“

In der Bekämpfung von Ratten im öffentlichen Raum sieht die Behörde eine „Daueraufgabe“. Sobald an einem bestimmten Ort vermehrt Ratten gesichtet werden, werde ein Schädlingsbekämpfer informiert. Im Kanalnetz und Regenwassersystem gehe es den Ratten seit Kurzem mittels intelligenter Fallen giftfrei an den Kragen.

Giftige Permanentköder sind nicht mehr erlaubt

Bei akutem Befall könnten auch Fraßköder ausgelegt werden, diese würden von den Tieren allerdings nur in Ermangelung anderer Nahrungsquellen angenommen. Permanentköder zur Vorbeugung gegen Nagerbefall sind laut Verwaltung gesetzlich nicht mehr zulässig.