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Gala „Luther meets Hair“ Flower Power in der Delmenhorster Stadtkirche

Von Dirk Hamm | 01.11.2017, 15:57 Uhr

Beat-Club-Nostalgie mit Uschi Nerke, grandiose Livemusik und Nachdenkliches von Luther: In der Delmenhorster Stadtkirche sind die Umbruchjahre 1517 und 1967 eine spannende Symbiose eingegangen.

„Peace“ stand auf Transparenten zu lesen in der für einen Abend auf Flower Power ausgerichteten Stadtkirche. Eine Fotoausstellung mit Schwarz-Weiß-Bildern aus dem dk-Archiv lieferte Reminiszenzen an das Delmenhorst der 60er Jahre. Alles war am Abend des Jubiläums-Reformationstags bereitet für eine ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame Gala unter dem Motto „Luther meets Hair“.

Zeitreise von 300 Gästen begeistert aufgenommen

Der von Pastor Thomas Meyer moderierte Abend hielt, was er versprach, vor allem weil die großartige Musik jener jugendbewegten Jahre im Vordergrund stand. Rund 300 Besucher – die meisten darunter mit eigenen Erinnerungen an die Zeit vor 50 Jahren – zeigten sich durchweg begeistert von dem Mix aus Beat-Club-Nostalgie, Livemusik und Luther-Zitaten.

Der Abend gestaltete sich als Zeitreise gleich in zwei Phasen des gewaltigen Umbruchs. Für die Umwälzungen der Reformation stand Martin Luther, den Schauspieler Johannes Mitternacht verkörperte. Zugleich wurde auch hier der Bogen zu den 60er Jahren geschlagen, zum anderen Martin Luther, den mit dem Nachnamen King: „Ich habe einen Traum“.

Von Popstars und knappen Röcken

Viele Besucher waren sicherlich wegen Uschi Nerke gekommen, der Moderatorin des legendären Beat-Clubs. Sie lieferte einige Anekdoten über die Begegnungen mit den damaligen Popstars und verriet, dass sie ihre knappen Röcke selbst nähte.

Der eigentliche Star des Abends war allerdings die unvergängliche Musik der 60er Jahre: Das Duo Flower Power Men spielte gekonnt den Soundtrack der Zeit rund um den „Summer of Love“. Rainer Schindler und Adax Dörsam, die schon mit einigen Größen auf der Bühne gestanden haben, trafen den Geschmack des Publikums, das immer wieder im Rhythmus mitklatschte.

Ein Klassiker reiht sich an den nächsten

Mit der Hippie-Hymne von Scott McKenzie, „San Francisco“, ging es los, mit „Let The Sunshine In“ aus dem Musical „Hair“ endete das netto zweieinhalbstündige Programm. Dazwischen reihte sich ein Klassiker an den anderen: „With A Little Help From My Friends“, „The Sound Of Silence“, „Keep On Running“, „Eve Of Destruction“ und – als kurzer Ausflug in die frühen 70er Jahre – „Stairway To Heaven“ sowie „Locomotive Breath“. Und wie oft kommt es vor, dass in einer Kirche „(I Can‘t Get No) Satisfaction“ erklingt?