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Galerie Haus Coburg Schüler stellen Bilder in Delmenhorster Galerie aus

Von Michael Korn | 30.04.2017, 21:00 Uhr

Berufsschüler der BBS II und Jugendliche aus den Delme-Werkstätten stellen am 3. Mai gemeinsame Bilder in der Städtischen Galerie Delmenhorst aus. Das Motto: „Schatten und Träume“.

Am Mittwoch, 3. Mai 2017, ab 11 Uhr ist die Städtische Galerie Delmenhorst nach Mitteilung von Studienrat Markus Weise

zum ersten Mal Ausstellungsort eines langjährigen Kooperationsprojekts:

Schüler der BBS II und Mitarbeiter der Delme-Werkstätten

nehmen die Remise für einen Tag mit ihren gemeinsam gestalteten

Bildern in Beschlag und laden die Öffentlichkeit zum Betrachten und offenen Austausch

ein.

Eintritt ist kostenfrei

Um 11 Uhr begrüßt den Angaben zufolge Galerie-Chefin Dr. Annett Reckert die Besucher und

anschließend spricht BBS-Schulleiter Ulrich Droste. Nach einem

Ausstellungsrundgang besteht außerdem die Möglichkeit, mit den jugendlichen

Projektteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Dazu werden laut Weise Fingerfood und Getränke durch die Schülerfirma der BBS II

gereicht. Für eine stimmige musikalische Untermalung sorgt die Schülerband.

Der Eintritt ist kostenlos.

Zugang zum Inneren ermöglichen

Weise weiter: „Das Formulieren der eigenen Gedanken und Gefühle stellt jeden Menschen

vor vielfältige Schwierigkeiten: Wie ermögliche ich anderen Menschen

einen Zugang zu meinem Inneren, um mich wirklich verstanden zu

fühlen?

Gabriele Kohlwey, Lehrerin für die Fachpraxis Pflege an der BBS II, entschied

sich auch in diesem Jahr, den direkten Kontakt zwischen den Auszubildenden

und Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Sie sieht die

Chance eines Kennenlernens auf Augenhöhe im Rahmen von gemeinsam

ausgeführten Projekten, um Berührungsängste abzubauen und gegenseitiges

Verständnis zu fördern. Die Projekte der letzten Jahre umfassen unter anderem

Theaterstücke und Musicals.

Schattenrisse als Grundlage

Bei einem Kreisgespräch ihres aktuellen Kurses mit dem Schwerpunkt

„Menschen mit Unterstützungsbedarf begleiten und ihnen assistieren“ ergab

sich die Idee Schattenrisse als Grundlage zu verwenden: Durch die

Erfassung der Silhouetten entstanden Bildräume, die im nächsten Schritt

mit den Gefühlen und Gedanken der Teilnehmenden gefüllt wurden. Ausgangsbasis

waren dabei intensive Gespräche, bei denen nach Angaben

der ProjektteilnehmerInnen überraschend viele Gemeinsamkeiten und

ähnliche Weltwahrnehmung festgestellt wurden.

15 inklusive ZweierteamsEs arbeiteten insgesamt 15 inklusive Zweierteams an drei Terminen mit

Acrylfarben und Collagematerialen. Es wurde vor allem mit ausdrucksvollen

Farben und Kontrasten experimentiert, aber es haben auch einige

Schriftzüge und Pailletten ihren Weg auf die Werke gefunden.

Auf diese Weise entstanden 31 Bilder, die als Begegnungs- und Austauschmomente

konzipiert sind und den Dialog auf Bildebene fortführen.

Der Titel der Ausstellung verweist auf einen Grundgedanken von Inklusion:

Das Wahrnehmen von Gemeinsamkeiten statt Unterschieden. Das Berücksichtigen

der individuellen Andersartigkeit eines jeden Menschen –

gleichberechtigt und selbstbestimmt.

Besondere Höhen der Leinwände

Die Ausstellung kurierte Wiebke Rolfs, Kunstpädagogikstudentin an der

Universität Bremen. Um den inklusiven Anspruch auch im Ausstellungsraum

erlebbar zu machen, entschied sie sich für Hängehöhen der Leinwände,

die mit den gewohnten Sehgewohnheiten brechen. Zusätzlich

wird es variierende Sitz- und Lehnmöglichkeiten geben.“