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Zusammen leben, zusammen wachsen Ganderkeseer Kirchengemeinden feiern gemeinsamen Gottesdienst

Von Niklas Golitschek | 22.09.2019, 19:52 Uhr

Die Interkulturelle Woche sowie der Weltkindertag haben am Freitag den idealen Anlass geboten, einen religionsübergreifenden Gottesdienst zu feiern. Alle Kirchenvertreter sprachen sich für ein offenes, multikulturelles Miteinander aus.

29 Millionen Kinder sind laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) im vergangenen Jahr in Konfliktgebieten geboren worden. Jedes Fünfte. Das entspricht etwa der dreieinhalbfachen Einwohnerzahl Niedersachsens. Der Weltkindertag am Freitag bot für die Kirchengemeinden daher den idealen Rahmen, einen ökumenischen Gottesdienst zur Interkulturellen Woche in der Kirche St. Cyprian und Cornelius unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen feiern“ auszurichten.

Katholische, Aramäische und Evangelisch-lutherische Gemeinde zelebrierten einmal mehr, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Gelesen wurde zwischenzeitlich in fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Aramäisch und Arabisch. Hinzu kam eine deutsch-englische Gesangseinlage zu Lobe den Herren. „Gottes Herz schlägt für jeden“, hob Pastorin Irene Schlawin hervor, ganz gleich aus welcher Familie oder woher jemand komme.

Viele Sprachen und Kulturen

Einen Einblick in seine Kindheit gab dabei auch Pfarrer Norbert Lach der St.-Hedwig-Gemeinde. Im Ruhrgebiet sei er mit verschiedenen Sprachen und Kulturen aufgewachsen: „Das war damals eine Selbstverständlichkeit“, erinnerte er sich. Zu diesen Wurzeln, die er in jungen Jahren bereits kennengelernt hatte - zu einer offenen, multikulturellen Gesellschaft – sollten die Menschen wieder finden, wünschte er sich.

Eine passende Geschichte dazu aus der Bibel brachte Suleyman Celik, Pastor der Aramäischen Gemeinde in Ganderkesee mit: den Turmbau von Babel und wie alle Menschen ursprünglich eine Sprache hatten. Darauf nahm Lach noch einmal Bezug und zitierte eine These, dass dieser Turmbau ein Hilferuf gewesen sei: Gott solle die Menschen nicht alleine lassen. Schließlich sei die Vielzahl an Sprachen und Kulturen nicht Fluch sondern Segen für die Menschheit.

Fokus auf dem Miteinander

Auf das Miteinander legte auch der Kirchenälteste Erich Kurzawski den Schwerpunkt seiner Ansprache. Er appellierte, „unsere Fähigkeiten weiterzugeben, mit unseren Mitmenschen zu teilen“. Gleichzeitig solle jeder von den Talenten der anderen profitieren. Gleichzeitig gelte es, in einer Welt wachsender Herausforderungen gelte es dabei auch, den eigenen Platz in Familie und Gemeinschaft zu finden sowie die eigenen Fähigkeiten erst einmal zu entdecken.

Die Religionsvertreter wünschten sich Zuversicht für die Zukunft, Geduld und, „dass wir den Hoffnung in Krisen nicht verlieren“. Mit diesen Worten lud die Ökumene dann alle Gäste nach dem Gottesdienst alle Besucher ins Gemeindehaus zu einem gemeinsamen Buffet mit zahlreichen Köstlichkeiten der aramäischen Küche, die die Mitglieder der Gemeinde zubereitet hatten. Dazu wurde neben Saft Weiß- und Rotwein serviert, um den Abend ausklingen bei religionsübergreifenden ausklingen zu lassen. Zusammen leben, zusammen wachsen eben.