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Gartenserie Querbeet Delmenhorst: Eine Wundertüte aus Mischblumen

Von Frederik Grabbe | 24.05.2017, 11:32 Uhr

Packungen mit Mischblumen-Samen bieten ein buntes Feuerwerk aus Farben und Formen. Mehr oder minder wird durch sie die Gartengestaltung dem Zufall überlassen – sie bieten so eine angenehme Abkehr von durchgeplanten homogenen Beeten. Und: Bienen freuen sich auch.

Ihre Namen klingen im wahrsten Sinne des Wortes blumig: Blütenteppich, Bauerngarten-Mischung, Bienenweide oder gar Nützlingsparadis: Wer als Gartenfreund durch einen gut sortierten Fachhandel streift, bleibt möglicherweise an Tüten mit Mischblumensamen hängen. Der Clou: Anstatt ein Beet mit denselben Pflanzen zu bestücken, säht man die gemischten Samen aus – und erhält eine Wundertüte an bunten Pflanzen. Calendula officinalis, Iberis amara oder Antirrhinum majus – wer nicht Biologe ist, dem sagen diese Bezeichnungen für die Ringelblume, die Bittere Schleifenblume oder das Große Löwenmaul nichts. Immerhin kunden einige Bildchen an der Packung von Details des Blütenteppichs, der sich im Garten entfalten könnte. Ungefähr ein Dutzend Samensorten befinden sich in einer Tüte.

Besonders Senioren greifen zu den Samen-Mischungen

Doch wer verwendet solche Samen? „Oft handelt es sich dabei um Menschen, die einen Teil ihres Gartens für eine Zeit lang nicht bewirtschaften wollen“, sagt Elke Akyol, Filialleiterin des Raiffeisenmarktes in Adelheide. „Andere wiederum haben Inselbeete im Garten und wollen dort Mischblumen wachsen sehen.“ Doch für das Kalkül der Wundertüte gilt: Die Pflanzen können einjährig oder mehrjährig blühen, einen halben Meter hoch wachsen oder anderthalb Meter – so lässt sich trotz Überraschungseffekt ziemlich genau die Gartenplanung gestalten. Besonders Senioren greifen zu den Samen-Mischungen, weil mit ihr der Anblick schön und die Pflege – wie etwa Rasenmähen – nicht so aufwendig ausfällt, beschreibt Akyol.

Nützliche Pflanzen für Bienen – Viel Leben auf dem Friedhof

Und eine zweite Zielgruppe sprechen die Mischungen an: Bienenliebhaber. „Manche wollen mit einem gemischten Garten in erster Linie was für Insekten tun. Das Bienensterben ist aktuell ja großes Thema“, sagt Akyol. Einen Schritt neben den Samenmischungen steht Honig vom Delmenhorster Imker Wilfried Martens. Seit 1983 stellt der 80-Jährige selbst Honig her. „Mittlerweile ist die Situation so, dass die Bienen auf dem Land zum Beispiel durch den großflächigen Maisanbau kaum noch Blüten finden, um sich und ihren Stock zu versorgen. Da finden sie in der Stadt eher etwas“, sagt Martens. „Friedhöfe sind für Bienen dabei die interessantesten Ecken“, betont der Imker. Allerdings sei für Bienen bei vielen Balkonpflanzen wie Begonien wenig zu holen. Für Bienen haben sie eigentlich nichts zu bieten.“ Der Imker beklagt: „Kaum jemand macht sich heute noch Gedanken darüber, wie sein Garten oder sein Balkon Bienen oder anderen Nützlingen nützen könnte.“ Mit der Samenmischung habe er sich noch nicht befasst, falsch sei dieser Weg der Gartenbepflanzung aber nicht.

Flieder und Rhododendron ungeeignet

Wer nicht zu der Tüte greifen und lieber in handfester Gartenarbeit etwas für Nützlinge tun möchte, pflanzt am besten Glockenblumen oder generell Frühblüher, oder lässt Löwenzahn wachsen, sagt Wulf Carius von der Regionalgruppe Oldenburg Land-Delmenhorst des BUND. Gerade mit Blick auf den Löwenzahn sagt er: „Von vielen Pflanzen, die als Unkraut gelten, profitieren Bienen sehr.“ Ungeeignet hingegen seien beliebte Gartenpflanzen wie Flieder, Rhododendron oder Forsythien.

Der BUND Niedersachsen hat übrigens eine Übersicht über den bienenfreundlichen Garten erstellt. Unter anderem führt er auch verschiedene, für Bienen nützliche Pflanzenarten auf. Die Übersicht ist im Internet verfügbar.