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Gastspiel in Delmenhorst „Mr. President First“ will mit Humor ernste Frage stellen

Von Lennart Bonk | 04.08.2019, 14:41 Uhr

Die Parallelen zum US-Präsidenten Donald Trump sind vorhanden. Allerdings will das Stück über simples Trump-Bashing hinausgehen und nimmt dabei die Medien ins Visier.

Die US-Amerikaner haben mit Ronald Reagan und Donald Trump bereits zwei Film- beziehungsweise Reality-TV-Bekanntheiten in das Oval Office gewählt und in der Ukraine ist seit Mai mit Wolodymyr Selenskyj ebenfalls einen Schauspieler an der Macht: Der Weg von der Film- und Fernseh- auf die weltpolitische Bühne ist schon längst Realität. Das Boulevard-Schauspiel „Mr. President First“ kann also durchaus als Realsatire angesehen werden. Das Stück über einen Fernsehstar, der für eine populistische Partei in das Oval Office einziehen will, ist am Mittwoch, 18. September, 20 Uhr, im Kleinen Haus zu sehen.

Wahlkampf auf der Bühne

Zum Inhalt: Eine Gruppe von Milliardären gründet eine neue Partei und macht den einflussreichen Fernsehstar Edward Tishler (Max Volkert Martens) zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Geschickt nutzen sie die moderne Vielfalt der Medienkanäle und Tishlers Umfragewerte schnellen in die Höhe – die Partei feiert ihn.

Als Tishler jedoch beginnt, seine streng vorgegebene Rolle zu verlassen, wendet sich das Blatt zugunsten des politischen Gegners. Schlimmer noch: Tishlers Freundin Emely Harper (Katharina Pütter) trennt sich von ihm und wird zur Kandidatin der Gegenpartei. Während Tishler mehr und mehr an Werten und Zielen seiner Partei zu zweifeln beginnt, zeigt die von der Presse auf Schritt und Tritt begleitete Emely großes Potenzial und steigt in der Wählergunst. Tishlers Lage scheint zunehmend ausweglos, zumal er ins Visier dunkler Mächte gerät. Während einer TV-Reality-Show kommt es vor einem Millionenpublikum zu einem Zusammentreffen zwischen Edward und Emely.

Mit den Medien an die Macht?

Bei allem Dialogwitz, aller Situationskomik gehe es in dem Stück von Stefan Zimmermann nicht um simples Trump-Bashing, sondern um die Frage, wie sich die Spielregeln der politischen Willensbildung und auch -manipulation in Zeiten noch nie da gewesener Medienvielfalt verändern können.

Karten im Vorverkauf erhältlich

Karten für das Stück sind online unter www.konzert-theaterdirektion.de sowie telefonisch während der Öffnungszeiten des Theaters unter (04221) 16565 erhältlich. Die Tickets kosten zwischen 24 und 28 Euro.