Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Gefährliche Körperverletzung Amtsgericht Delmenhorst verurteilt Familienvater

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 26.05.2016, 16:57 Uhr

Zwei Jahre und drei Monate wegen gefährlicher Körperverletzung, genau wie von der Staatsanwaltschaft beantragt: So lautet die Strafe, zu welcher das Amtsgericht Delmenhorst am Donnerstagmorgen einen 40-jährigen Angeklagten verurteilt hat.

Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein 40-jähriger Familienvater am Donnerstagmorgen vom Amtsgericht Delmenhorst zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten, so wie es die Staatsanwaltschaft auch beantragte, verurteilt worden.

Haare mit Taschenmesser abschneiden?

Dabei will dieser lediglich versucht haben, seiner Ehefrau mit dem Taschenmesser ein paar Haare abzuschneiden, anhand welcher er den Drogenkonsum der 30-Jährigen habe untersuchen lassen wollen. Da sich die Frau aber gewehrt habe, sei er mit dem Messer abgerutscht, sodass sie „plötzlich“ stark geblutet habe.

Richter: Hergang ist absurd

Doch das Schöffengericht um den Vorsitzenden Richter Holger Jurisch bezeichnete diese Version des Angeklagten letztlich als „absurd“, jene der Geschädigten hingegen als glaubwürdig. Hiernach ist der Angeklagten gegen 7.45 Uhr am 5. November des vorigen Jahres in die Delmenhorster Wohnung der Frau eingedrungen, mit welcher er immer noch verheiratet ist, von der er aber schon zum Tatzeitpunkt getrennt lebte. Er hat sich zu ihr aufs Bett gesetzt und sie mit einem Faustschlag ins Gesicht geweckt.

Sieben Zentimeter lange Schnittwunde am Kopf

Wie die Geschädigte am Donnerstag weiter ausführte, habe ihr Mann dann ein Taschenmesser gezückt und gedroht, dass er ihr Gesicht zerschneiden wolle. Daraufhin sei ein Kampf entbrannt. Nur, weil sie ausgewichen sei, habe ihr Mann nicht das Gesicht, wohl aber den Kopf oberhalb des Ohrs mit seinem Messer getroffen. In der Notaufnahme sollten die Ärzte später folgerichtig eine sieben Zentimeter lange und acht Millimeter tiefe Schnittwunde im Kopf des Opfers und eine kleinere Schnittwunde am Oberarm diagnostizieren. Auch, so die Mediziner, habe die Geschädigte Gesichts- und Schädelprellungen davongetragen.

Angeklagter wollte Kinder zu sich holen

Wie der Angeklagte aussagte, sei es ihm darum gegangen, alle fünf gemeinsamen Kinder zu sich zu bekommen. Seine Frau kümmere sich – im Unterschied zu ihm – nicht hinlänglich um den Nachwuchs, interessiere sich nur für Diskotheken, Partys und für Drogen. Auch treibe sie sich mit anderen Männern herum. Die Geschädigte wiederum charakterisierte ihren Mann als hochgradig gewalttätig. Seit 13 Jahren misshandele und vergewaltige er sie immer wieder. Nur wegen der Kinder sei sie so lang bei ihm geblieben.

Eben diese Kinder bezeichnete Holger Jurisch in seiner Urteilsbegründung als die wahren Leidtragenden des Familiendramas.