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Gefahr für fließenden Verkehr Stuhr will parkende Autos von der Straße haben

Von Kai Hasse | 22.09.2017, 20:06 Uhr

Der Gemeinde Stuhr droht, dass zu viele Menschen ihre Autos auf den öffentlichen Straßen parken und so den Verkehr behindern. Deshalb will die Gemeinde eine neue Satzung beschließen, die mehr Parkraum an der Wohnbebauung fordert.

Die Gemeinde Stuhr will eine Stellplatzsatzung. Sie soll regeln, dass künftig für eine Wohneinheit mehr Stellplätze für Autos eingerichtet werden. Das soll für eine Entlastung des öffentlichen Verkehrs sorgen.

Zunehmende Zahl von Autos

Derzeit leben in Stuhr etwa 33.000 Einwohner. 29.000 von ihnen sind 18 Jahre oder älter. Die Zahl der Haushalte belaufe sich auf 16.000. Zugelassene Kraftfahrzeuge gäbe es 23.000. Jeder Haushalt verfüge damit durchschnittlich über 1,5 Autos, Tendenz steigend. Hinzu kämen etwa 2000 Krafträder. Das sind die Zahlen, die die Gemeinde der angestrebten Satzungsänderung vorausschickt. Es gäbe eine Zunahme des ruhenden Verkehrs auf den öffentlichen Straßen. Heißt: Zu viele Menschen parken ihren Wagen auf den Straßen. Das sei ein Problem, weil auf den Straßen der fahrende Verkehr Vorrang habe. Eine zunehmende Verlagerung des ruhenden Verkehrs auf die öffentlichen Straßen – also die Nutzung der Straße als Parkplatz – berge Gefahren, „die der Sicherheit und Leichtigkeit des allgemeinen Verkehrs wegen abzuwehren sind“, so die Begründung für die Satzung.

Zwei Plätze pro Wohneinheit

Das neue Regelwerk müsse darauf hinwirken, dass die öffentlichen Straßen entlastet werden. Die Satzung soll deshalb einen höheren Pflichtteil von Stellplätzen auf Bauplätzen ermöglichen. Ziel ist es, dass Autos dort abgestellt werden, wo sie auch länger stehen können: auf privaten Flächen oder auf Flächen außerhalb des öffentlichen Verkehres. Bisher werden pro Wohneinheit 1,5 Stellplätze gefordert. Diese Zahl soll künftig auf zwei Stellplätze pro Wohneinheit steigen. „Zwar wird sich die vorliegende Satzung kostensteigernd auf die hiesige Bauwirtschaft auswirken, allerdings ist der Sicherheit im Verkehr und der Gefahrenabwehr hier Vorrang zu gewähren“, heißt es in der Begründung.

Besprochen wird diese Satzung im Gemeinderat, der am Mittwoch, 27. September, im Ratssaal des Rathauses Stuhr stattfindet. Die Sitzung ist öffentlich. Ein weiteres Thema ist unter anderem der Breitbandausbau im Landkreis Diepholz.