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Kommentar Gegen die steinernen Wüsten

Meinung – Marco Julius | 13.05.2019, 19:10 Uhr

Hier flächendeckend heller Kies, dort grauer Schotter von vorne bis hinten: Stein wird immer häufiger zum Stoff der Gartengestaltung – und wird direkt zum Stein des Anstoßes. Ein Kommentar,

Der Unterschied zwischen Mensch und Gärtner: Der Gärtner greift nur da ein, wo es sinnvoll ist. So lautet ein Bonmot. Und der Mensch greift immer mehr dort ein, wo eigentlich der Gärtner gefordert ist. Nicht nur der Nabu spricht in Bezug auf den Trend Stein und Kies von „Gärten des Grauens“. Sicher, über Geschmack lässt sich streiten. Und auch der Wunsch, seinen Garten möglichst pflegeleicht zu gestalten, ist nachvollziehbar. Doch wer auf die Lösung „Steinwüsten“ schwört, der denkt vielleicht zu kurz. Sie sind nicht der Stein der Weisen. Nicht nur, weil auch Stein und Kies der Pflege bedürfen. Nicht nur, weil viele Steingärten tatsächlich eine Qual fürs Auge sind. Das Hauptargument gegen die steinernen Wüsten ist und bleibt die ökologische Komponente. Steine aus China oder Indien, nur wenige oder gar keine Pflanzen – dabei haben Vorgärten und kleine Grünflächen eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt. Also lautet der Appell: Lasst es grünen, lass es blühen. Schafft ein Stück Natur.