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Gegen Haltung von Wildtieren Tierschützer demonstrieren vor Zirkus in Delmenhorst

Von Dirk Hamm | 07.05.2016, 20:01 Uhr

Eine Gruppe von rund 20 Tierschützern aus Delmenhorst und Bremen hat am Samstagnachmittag an der Syker Straße gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen protestiert. Sowohl Aktivisten der Tierrechtsorganisation Animals United als auch Mitglieder des Tierschutzvereins Delmenhorst postierten sich mit ihren Bannern und Plakaten an der Zufahrt zum Gelände An der Schaftrift, auf dem noch bis Sonntag der Circus Belly gastiert.

„Kein Applaus für Tierquälerei“, „Artgerecht ist nur die Freiheit“ und „Dein Besuch bezahlt die Tierqual“, so lauteten einige der Parolen der Tierschützer. „Wir wollen erreichen, dass Zirkusse ohne Wildtiere auskommen. Man muss nicht Tiere ausbeuten, um Geld zu verdienen“, sagte Christine Gärtner, Sprecherin der Bremer Gruppe von Animals United.

„Kunststücke, die Tierinstikt zuwiderlaufen“

Wildtiere wie Löwen und Elefanten würden darauf dressiert, Kunststücke vorzuführen, die ihrem Instinkt zuwiderlaufen. Ein Löwe, der im Zirkus durch einen Feuerring springen muss, würde in freier Wildbahn vor dem Feuer davonlaufen, gab Gärtner zu bedenken. Der Zirkus Flic Flac, der auf Tierdressuren verzichtet, zeige, dass es unter dem Zirkusdach auch Alternativen zu Tiernummern gibt.

Landesweites Verbot gefordert

Auch der Tierschutzverein positioniert sich gegen die Haltung von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken. Laut Sprecher Marc Van der Velde unterstützt der Verein die Forderung eines entsprechenden deutschlandweiten Verbots. „Deutschland hängt da hinterher“, sagte Van der Velde und verwies auf Wildtierverbote in Zirkussen, die etwa in Holland, Belgien und Dänemark erlassen worden seien, aber auch in einigen deutschen Städten.

 Anfang der Woche hatte sich bereits die Tierrechtsorganisation Peta zu Wort gemeldet. Die Haltung des Schimpansen Robby im Circus Belly sei tierquälerisch. Der Zirkus widersprach, dem Affen gehe es gut. Er habe entsprechende Papiere, die die Haltung Robbys duldeten.