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Gegen Hass im Internet Safer Internet Day soll Zivilcourage im Netz stärken

Von Dirk Hamm | 08.02.2016, 17:58 Uhr

Mehrere Akteure in der Delmenhorster Präventionsarbeit wollen am Dienstag den Blick auf den zunehmend ruppigen Ton im Internet lenken. Die Kampagne „Misch Dich ein“ strebt nach Regeln für das Verhalten im Netz.

Hasskommentare, Mobbing und sogar Aufrufe zur Gewalt gehören mittlerweile zum Alltag in den sozialen Netzwerken. Von einer „unerträglichen Stimmung“, die im Netz herrsche, spricht Ruth Steffens, Geschäftsführerin des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Delmenhorst (KPR). Anlässlich des am Dienstag stattfindenden internationalen Aktionstags für mehr Sicherheit im Internet, Safer Internet Day, tritt sie gemeinsam mit Vertretern des Präventionsteams der örtlichen Polizeiinspektion, der Anonymen Drogenberatung und des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ an die Öffentlichkeit.

Gespräche am Bahnhofsvorplatz

Und das schon ziemlich früh: Von 7 bis 9 Uhr wollen sich die Akteure der Kampagne am Morgen auf dem Bahnhofsvorplatz mit Passanten über riskanten Medienkonsum, den Umgang mit privaten Daten und die Möglichkeiten des Widerstands gegen Hasskommentare ins Gespräch kommen. Beispielhaft werden dazu problematische Posts gezeigt, wie sie auf Facebook oder Twitter gang und gäbe sind. Die Passanten sind aufgefordert, aus mehreren Strafrechtsparagrafen die jeweils anwendbaren zuzuordnen.

Aktion geht auf Marktplatz weiter

Nach den Vorstellungen der Organisatoren der Aktion, die von 11.30 bis 13.30 Uhr auf dem Marktplatz fortgeführt wird, sollen die Bürger für die Gefahren im Internet sensibilisiert und zu Zivilcourage ermuntert werden. „Es geht uns darum, zu zeigen, dass die sozialen Netzwerke kein rechtsfreier Raum sind“, sagt Sebastian Rann, Koordinator von „Demokratie leben!“ in Delmenhorst.

Kampagne „Misch dich ein“

In diese Richtung zielt eine zweite Kampagne, die am Safer Internet Day startet. „Misch Dich ein“ lautet die Botschaft des Netzwerks „PrimA – Prävention im Nordwesten“, zu dem sich 20 kommunale Präventionsräte aus der Großregion, darunter der KPR Delmenhorst, zusammengeschlossen haben. Jeder Internetnutzer kann dazu auf der Website www.prima-challenge.de selbst aktiv werden und Regeln für das Verhalten im Netz vorschlagen, die bis zum 9. September zur Abstimmung stehen.

Über Gefahren im Netz Bescheid wissen

Die Polizei weist darauf hin, dass bis auf körperliche Angriffe alle Delikte aus dem „normalen“ Leben auch in der virtuellen Welt anzutreffen sind. Wichtig sei es, um die Gefährdungen von Cybermobbing bis zum Verbreiten von Schadsoftware zu wissen, so Polizeioberkommissar Sebastian Nitsch: „Jeder muss sich selbst fit machen.“ Wertvolle Tipps dazu gebe die Polizei im Internet unter www.polizei-prävention.de.