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Gegen Kinderarmut Kinderschutzbund in Delmenhorst sucht Unterstützer

Von Marco Julius | 17.03.2017, 11:38 Uhr

Der Kinderschutzbund in Delmenhorst sagt der Kinderarmut und deren Folgen den Kampf an. Dabei hofft er auf breite Unterstützung in der Stadt.

 In einem offenen Brief hatte sich der hiesige Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes an die Fraktionen des neugewählten Stadtrates gewandt, um auf Kinderarmut in der Stadt aufmerksam zu machen. Ziel des Aufrufes war es, das betonte der Vorsitzende am Donnerstag bei einem Gespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen und CDU-Ratsfrau Frauke Wöhler, das „Thema in die Köpfe zu bekommen“. Die Zahlen seien erschreckend, sagte Bernhardt: „Insgesamt leben 30,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Familien mit Hartz-IV-Bezug. Wir sprechen hier von fast 3600 Kindern.“ Der Wert sei doppelt so hoch wie der Landesschnitt.

Teilhabe ermöglichen

Geht es nach dem Kinderschutzbund, dann sollte sich nach dem Vorbild des Kriminalpräventiven Rates ein Zusammenschluss finden, der das Thema umfassend angeht, damit Kindern und Jugendlichen die Teilhabe ermöglicht wird. Es seien Ideen gefragt, „die mit wenig oder sogar ohne Geld das freiwillige soziale Engagement und die Solidarität der Menschen unserer Stadt beleben und festigen“. Bernhardts Eindruck: „Es bewegt sich etwas. Wir wollen das gern anschieben und unterstützen, sind aber auf Hilfe angewiesen.“ Mit der Stadtverwaltung habe es bereits Gespräche gegeben. Auch Grotelüschen verwies darauf, dass es hilfreich sei, vorhandenes Wissen zu bündeln, Netzwerke zu nutzen oder weiter auszubauen. Sie verwies zudem darauf, dass es viele vom Bund aufgelegte Förderprogramme gibt, die auf „bildungsferne Kinder“ zugeschnitten seien. „Die Gelder werden nicht alle abgerufen. Da gibt es Potenzial.“

Kinder früh erreichen

Sie versprach Unterstützung. „Es muss gelingen, Kinder so früh wie möglich zu erreichen.“ Sprachförderung, Leseförderung und Wissensvermittlung beim Thema Ernährung könnten etwa Schlüssel sein.

Bernhardt betonte, es sei Urthema des Kinderschutzbundes, Kinderarmut und deren Folgen anzugehen. Er machte aber auch deutlich, dass dem Kinderschutzbund vor Ort die personellen Ressourcen fehlen. Unterstützer seien willkommen. Wer sich beteiligen will, in welcher Form auch immer, könne sich unter der Telefonnummer (04221) 13636 melden.