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Gegenüber des Kiosks am Stadion Flohmärkte kehren nach Düsternort zurück

Von Marco Julius | 15.02.2019, 19:57 Uhr

In der Nachfolge von Henry Grimm will Birgit Johannson wieder Flohmärkte in Düsternort veranstalten. Warum die Idee entstand und wann es losgeht, verrät sie im Gespräch mit dem dk.

Henry Grimm muss natürlich dabei sein. Das steht fest. Der Mann mit dem markanten Zylinder ist schließlich so etwas wie Mr. Flohmarkt. Und wenn jetzt die Flohmärkte, die Grimm auf dem Marktplatz in Düsternort direkt gegenüber des Kiosks am Stadion organisiert hat, wieder aufleben sollen, dann gehört Grimm, mittlerweile Mitte 80, irgendwie dazu. Den Hut auf hat aber Birgit Johannson, Betreiberin des Kiosks, der eine Institution in Düsternort ist.

Nachfolgerin von Henry Grimm

„Ich spiele schon länger mit der Idee, wieder Flohmärkte hier zu veranstalten. Ich fand es schade, als Henry Grimm damals aufgehört hat. Eigentlich dachte ich, damit ist für alle Zeiten Schluss“, sagt Johannson. Jetzt hat sie zum Hörer gegriffen, Grimm einfach mal angerufen und Nägel mit Köpfen gemacht. Denn Grimm sei gleich begeistert gewesen. „,Du bist genau die Richtige dafür‘, hat er mir gesagt“, freut sich die Kiosk-Betreiberin.

Fast drei Jahre ist es her, dass gegenüber des Kiosks letztmalig gefeilscht und gehandelt wurde. „Henry Grimm hat mir seine Unterstützung angeboten, auch das Nachbarschaftsbüro will mir helfen“, sagt Johannson. „Die Flohmärkte waren immer gut besucht. Mit der Stadt habe ich gesprochen. In diesem Jahr soll es drei Termine geben“, berichtet Johannson.

Im Mai geht es los

Die ersten beiden Flohmärkte sind schon fix im Kalender markiert. Am Sonntag, 19. Mai, und am Sonntag, 23. Juni, kann jeweils von 7.30 bis 15 Uhr auf Schnäppchenjagd gegangen werden. Der dritte Termin steht noch nicht fest. Läuft es gut, dann gibt es 2020 weitere Flohmärkte. Johannson will sich dabei aber auf ihren Stadtteil beschränken. Grimm hatte zu seiner Zeit zusätzlich auch an diversen anderen Orten Flohmärkte organisiert.

Anmeldungen für Stände sind nicht erforderlich, abgerechnet wird am Flohmarkttag. „Der laufende Meter kostet fünf Euro, so wie früher bei Henry Grimm“, sagt die Flohmarkt-Organisatorin, die bereits gemerkt hat, wie viel Arbeit in der Orga steckt. „Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr“, sagt sie und lacht. Ein zweites Standbein soll die Sache mit den Flohmärkten nicht werden, im Kiosk gibt es schließlich genug zu tun. „Als Düsternorter Kind will ich meinem Stadtteil einfach etwas zurückgeben.“

Kiosk seit 1978 in Familienhand

Ihre lokale Prominenz könnte helfen, die Flohmärkte schnell publik zu machen. Schon als Kind stand Birgit Johannson im Kiosk. Seit 2002 führt sie den Treffpunkt, der bereits seit 1978 in Hand der Familie ist. Längst kennt sie Kinder und Kindeskinder der ersten Kunden. Und auch sonst ist die Frau, die nicht auf den Mund gefallen ist, gut vernetzt. Und dass sie schnacken kann, ist auch von Vorteil. „Henry Grimm hat mir schon gesagt, dass die Flohmarktbeschicker ein besonders Völkchen sind“, sagt Johannson. Der Kiosk, der sei dabei aber sicher eine gute Schule gewesen.

Eigenen Weg gehen

Henry Grimms Rat, den will sie gern annehmen, kopieren aber will sie Grimm nicht. „Jeder muss ja seinen eigenen Weg gehen.“ Deshalb wird sie sich auch Grimms Zylinder nicht greifen. Einen besonderen Hut als Markenzeichen könnte es aber dennoch geben. „Ich habe da so einen Hut, wie sie die Frauen in Vietnam tragen, wenn sie Tee pflücken.“

Flyer werden jetzt noch gedruckt und dann rechtzeitig verteilt. Letzte Details stehen noch zur Klärung an. Und dann, „dann muss eigentlich nur noch die Sonne scheinen, wenn es soweit ist“, sagt Birgit Johannson – und strahlt schon einmal mit der Februarsonne um die Wette.