Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Geheime Abstimmung Neue Wende im Hasberger Bauland-Streit

Von Thomas Breuer | 01.10.2015, 18:37 Uhr

Trotz der Entscheidung des Verwaltungsausschusses ist das Ende der Diskussion um Bauland in Delmenhorst-Hasbergen nicht absehbar. Ratsherr Uwe Dähne (UAD) etwa spricht von einer „krassen Ungerechtigkeit“.

In Hasbergen soll die Verwaltung die Voraussetzungen für den Bau vier neuer Einfamilienhäuser nördlich der Straße „Am Südfeld“ schaffen. Das hat der nicht-öffentlich tagende elfköpfige Verwaltungsausschuss (VA) als letzte politische Instanz am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen – in geheimer Abstimmung.

Antrag erneut eingebracht

Die Fraktionen von CDU, FDP/Stöver und Linken hatten den Antrag erneut eingebracht, nachdem sich für das Vorhaben im Mai in dem Gremium noch keine Mehrheit gefunden hatte. Volker Wohnig (Linke) beantragte die geheime Abstimmung, wollte dies gegenüber unserer Zeitung aber nicht kommentieren.

Sudau freut sich

Der Hasberger Herbert Sudau, der für die CDU im Ortsrat sitzt und dem die Flächen gehören , sagte auf Nachfrage, er sei erfreut über die Entscheidung: „Die junge Generation wartet schon lange darauf, in Hasbergen loslegen zu können.“ Für zwei Bauplätze gebe es Interessenten in der eigenen Familie, für die übrigen zwei aus dem Bekanntenkreis. Sudau wünscht sich im weiteren Verlauf „eine sachliche Diskussion im Dorf“. Denn bis der Bebauungsplan steht, dürfte es laut Oberbürgermeister Axel Jahnz noch gut ein Jahr dauern. Der Rat muss dem Plan dann noch ausdrücklich zustimmen.

„Ziemlich dubiose Angelegenheit“

Ob Sudaus Wunsch nach einer sachlichen Debatte in Erfüllung geht, bleibt fraglich. Ratsherr Uwe Dähne (Unabhängige Delmenhorster) trat schon in der Vergangenheit als Gegner der Bebauung auf, auch nachdem der Ortsrat und der Planungsausschuss des Rates die Planung befürwortet hatten. Auf Nachfrage bewertete er die jetzige geheime Abstimmung im Verwaltungsausschuss als „ziemlich dubiose Angelegenheit“.

Verlust des Dorfcharakters befürchtet

Laut Dähne sind die vier Einfamilienhäuser „nur der Einstieg“. Viele Hasberger befürchteten eine weitere Bebauung und den Verlust des dörflichen Charakters. Der Start des Bauleitplanverfahrens für die Flächen sei auch deshalb „eine krasse Ungerechtigkeit, weil dieser Schritt anderen unter exakt gleichen Bedingungen nicht zugestanden wird, nur weil sie keine politischen Beziehungen haben“.