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Geistlicher mit drängendem Appell Delmenhorster Imam fordert Einheit der Muslime

Von Kai Hasse | 08.09.2017, 08:26 Uhr

Der neue Imam der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde in Delmenhorst trauert um getötete Muslime in Myanmar. Dort gibt es blutige Ausschreitungen. Er ruft zur Einheit gegen Gewalt auf.

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Delmenhorst hat einen neuen Imam. Syed Salman Shah steht seit dem Frühjahr der Gemeinde vor. Er ruft angesichts aktueller Verfolgungen von Muslimen in Myanmar zu Frieden und einem Zusammenstehen von Muslimen sowie aller Menschen auf.

Stetiges Wachstum in vergangenen Jahren

Die Ahmadiyya-Gemeinde ist eine Religionsgemeinschaft, die sich als Reformbewegung innerhalb des Islams versteht und aus Nordindien stammt. Bestandteile sind unter anderem Barmherzigkeit, Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie Friedfertigkeit. Das betont der neue Imam. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Ahmadiyya-Gemeinschaft glaubt, dass es einen vom Propheten Mohammed angekündigten Messias bereits gegeben hat. Die Gemeinde hat derzeit etwa 160 Mitglieder, wie der Delmenhorster Präsident Ahsan Khalid sagt. Sie ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.

„Eins sein gegen Gewalt“

Derzeit quält die Mitglieder die Verfolgung von Muslimen in Myanmar, wo es schwere Auseinandersetzungen zwischen dem burmesischen Militär und der muslimischen Minderheit der Rohingya gibt. Dabei sind mehreren Pressemeldungen zufolge Hunderte zu Tode gekommen. Zehntausende fliehen nach Bangladesh. „Das ist sehr schmerzhaft für uns“, sagt der neue Imam Salman Shah. „Wir müssen eins sein gegen jede Gewalt“. Er zitiert ein Statement des Oberhauptes seiner Glaubensgemeinschaft, des Kalifen Hazrat Mirza Masroor Ahmad, der in London seinen Sitz hat: Die „Verfolgung [...] ist eine Folge der Spaltung und Sektiererei innerhalb der muslimischen Welt selbst. Wenn alle Eins wären, würden solche Tragödien nicht geschehen.“

Sieben Jahre Studium in London

Salman Shah, 28, ist verantwortlich für die Ahmadiyya-Gemeinden im nördlichen Niedersachsen und Bremen, darunter Buxtehude, Lüneburg, Vechta, Bremen, Oldenburg und Delmenhorst. Er hat sieben Jahre in London muslimische Theologie studiert, weitere Stationen waren in Spanien und zuletzt drei Jahre in Köln. Die Gemeinde will mit Infoständen und Flyern über den Glauben informieren. Sie organisiert Blutspenden, bei denen auch Christen teilnehmen, oder Baumpflanzaktionen. Am 3. Oktober ist ein Tag der offenen Moschee in den Gebetsräumen am Stadtwall 10. Fragen kann man an den Imam unter salman5d@hotmail.com richten, oder sich unter (0800) 2107758 melden.