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Gelungene Abende im Kleinen Haus Jazzfest Delmenhorst erneut mit Extraklasse

Von Jasmin Johannsen | 27.11.2016, 17:34 Uhr

Temporeich und rhythmisch ist das „27. Jazzfest Delmenhorst“ am Wochenende über die Bühne gegangen. Die hochkarätigen Interpreten überzeugten mit internationalen Klängen.

„Wir haben auch dieses Jahr darauf geachtet, dass die Musiker dem Publikum abwechslungsreichen Jazz bieten können“, sagt Annett Becker-Edert, künstlerische Leiterin des „Jazzfestes Delmenhorst“. Dabei sei es ein Anliegen gewesen, die Internationalität des Genres im Programm des Festes widerzuspiegeln.

Hohe Klangqualität

Dieses Vorhaben ist den Veranstaltern vollauf gelungen, stammen die auftretenden Instrumentalisten doch aus Israel, Schweden oder Kuba. Allerdings bestach das Jazzfest 2016 nicht nur durch „Multikulti“, sondern auch durch die Klangqualität der beteiligten Künstler.

Der zweite Hauptabend des „27. Jazzfestes Delmenhorst“ hat am Samstag erfolgreiche und vielfach prämierte Jazzmusiker ins Kleine Haus geführt. „Heute Abend haben wir Top Acts in Delmenhorst. Jeder Jazzfan, der nicht hier ist, verpasst etwas“, kündigte Becker-Edert schon zu Beginn des Konzertes an.

Schwungvoll bis melancholisch

Das Duo Bojan Z. & Nils Wogram konnte sich den Applaus des Publikums besonders mit seinen experimentellen Stücken sichern, bei denen das Klavier auch mal als Schlaginstrument herhalten musste. Das Duo stellte die Stücke seines ersten gemeinsamen Albums „Housewarming“ vor, das durch schnelle, schwungvolle Kompositionen und ruhige, beinahe melancholische Melodien überzeugen konnte.

Experimentierfreudiges Trio

Im zweiten Teil des Abends brachte das Tingvall Trio aus Hamburg schlagzeuglastige und temporeiche Rhythmen auf die Bühne, wobei die Musiker sich auch an die Pop- und Rockmusik anlehnten. Mit seinem Konzert ging das Trio ein Experiment mit dem Publikum ein, denn die gespielten Stücke sind Teil eines noch unveröffentlichten neuen Albums. „Einige Lieder haben noch nicht einmal einen Titel“, erklärte Martin Tingvall, Pianist des Trios, dann auch auf der Bühne. Gerade für diese neueren Stücke erhielt das Trio tosenden Applaus.

Über 1000 Karten verkauft

„Auch der erste Hauptabend des Jazzfests war ein voller Erfolg“, betont Becker-Edert. „Das Hadar Noiberg Trio aus Israel hat sehr abwechslungsreiche Stücke mit orientalischen Einflüssen gespielt“, so die künstlerische Leiterin. Das Quartett Melanoia hingegen habe vor allem durch einen modernen und experimentellen Klang überzeugen können.

Insgesamt konnten für die zwei Konzertabende im Kleinen Haus rund 1060 Karten verkauft werden. Seinen Abschluss findet das Jazzfest Delmenhorst am Samstag, 10. Dezember, in der Markthalle. „Hier laden wir ab 11 Uhr zum ‚Jazzfrühshoppen‘ im schönen Ambiente ein“, erzählt Ann-Katrin Meyer vom städtischen Kulturbüro. Auftreten wird dann das Bremerhavener Sinti-Swing Ensemble „Gipsy Diamonds“, das mit Stücken im Stil von Django Reinhardt überzeugen will. Der Eintritt ist dann frei.