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Gelungener Abend in Divarena Dreifach schön: Mrs. Greenbird live in Delmenhorst

Von Eyke Swarovsky | 13.12.2015, 14:17 Uhr

Das Folk-Duo Mrs. Greenbird hat am Samstagabend für zufriedene Gesichter in der Divarena gesorgt. Und das mit einem Konzert, wie es einfacher kaum sein konnte.

Das Konzert von Mrs. Greenbird in der vollen, teilbestuhlten Divarena hat am Samstagabend einmal mehr bewiesen: Es muss nicht immer die große Band oder ein ganzes Orchester sein. Es reichen auch eine Gitarre, ein Piano, zwei Stimmen und Menschen, die damit umgehen können.

Von Johannes Falk hätte man gern mehr gehört

Schon der Beginn des Abends war weit mehr als nur ein gelungener Appetithappen. Johannes Falk gab in rund 30 Minuten einen Einblick in sein Repertoire. Eine gefühlvolle Stimme mit deutschen Texten, allein am E-Piano. Von ihm hätte man gern noch mehr gehört. Ärgerlich, dass er seine CDs zuhause vergessen hat.

2012 durch „X-Factor“ bekannt geworden

Der Großteil des Publikums war jedoch für Mrs. Greenbird, alias Sarah Nücken und Steffen Brückner, in die Divarena gekommen. Mit seiner „The Squirrel And The Brontosaurus“-Tour ist das Duo, das vielen durch den Gewinn der Casting-Show „X-Factor“ im Jahr 2012 bekannt geworden ist, zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Und das heißt eben: zwei Stimmen, Gitarre, Klavier, fertig. Das Ergebnis, das die beiden in der Divarena präsentieren, kann sich sehen beziehungsweise hören lassen. Die beiden spielen Songs quer durch ihre bislang erschienenen Alben. Auch ihr wohl bekanntester Titel „Shooting Stars and Fairy Tales“ ist natürlich dabei.

Trotz Cover-Versionen keine Retortenband

Auch wenn Mrs. Greenbird mehrere Cover-Versionen im Programm haben, sind sie alles andere als eine Retortenband. Die beiden wissen, was sie tun. Nückens Stimme ist so einzigartig, dass man sie unter Tausenden heraushören würde, und Brückner zeigt an seinen fünf verschiedenen Gitarren, dass ihm an dem Instrument so schnell keiner etwas vormacht. Und so ist am Samstagabend auch eine kaum wiederzuerkennende Version des Radiohead-Hits „Creep“ auf der Hawaii-Gitarre zu hören oder eine musikalisch extrem entschärfte Version des Punk-Klassikers „Blitzkrieg Bob“ von den Ramones.

Humor der Band kommt bei Delmenhorstern gut an

Das Ganze garnieren die beiden, vor allem Steffen Brückner, mit einer wohldosierten Portion Humor, die bei den Delmenhorstern gut ankommt. Die Lieder werden nicht einfach dahergespielt, Mrs. Greenbird haben zu beinahe jedem Song eine Anekdote oder kleine Geschichte zu erzählen. Auch wenn sich die Musik immer wieder ähnelt, wird es dadurch nie langweilig.

Kurzum: Der erste Auftritt von Mrs. Greenbird in Delmenhorst darf als rundum gelungen gewertet werden und es bleibt zu hoffen, dass sich die beiden – und gerne auch Johannes Falk mit einem kompletten Solo-Konzert – bei der nächsten Tour wieder nach Delmenhorst verirren.