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Gemeindekirchenratswahl 2018 66 Kandidaten stellen sich in Delmenhorst zur Wahl

Von Mareike Bader | 03.03.2018, 18:58 Uhr

Die Wahl zum Gemeindekirchenrat am 11. März verläuft ähnlich wie die einer politischen Wahl. Auf den demokratischen Aufbau der evangelisch-lutherischen Kirche sind die Pfarrer in Delmenhorst stolz.

Auch in den sechs Gemeinden der evangelisch-lutherischen Kirche in Delmenhorst wird am kommenden Sonntag der neue Kirchengemeinderat gewählt. Am Sonntag, 11. März, sind die Wahllokale von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Während der Gottesdienstzeit sind die Wahllokale geschlossen.

Auf der Wahlbenachrichtigung ist das entsprechende Wahllokal vermerkt. Ist diese nicht zur Hand, reicht aber auch der Personalausweis. „Die meisten wissen aber, zu welcher Gemeinde sie gehören“, weiß Thomas Meyer, Pfarrer der Stadtkirchen-Gemeinde.

Wahlberechtigt sind erstmals alle Gemeindemitglieder ab 14 Jahren. „Wichtig ist allein die Taufe, denn mit ihr begründet sich in der evangelischen Kirche die Mitgliedschaft“, heißt es im evangelischen Magazin für Delmenhorst „Im Blickpunkt“.

Erstmals Jugendliche ab 14 Jahren wahlberechtigt

„An die 16-Jährigen kommen wir viel schwerer ran als an die 14-Jährigen“, erklärt Pfarrer Stephan Meyer-Schürg von der Kirchengemeinde Hasbergen. Denn die 14-Jährigen haben aktuell Konfirmandenunterricht. „Mal sehen, ob das mit dem heruntergesetzten Alter gut klappt“, sagt Meyer-Schürg. Er hofft, damit auch der allgemeinen Wahlverdrossenheit junger Menschen entgegenwirken zu können.

„Wir haben versucht eine möglichst breite Mischung hinzukriegen“, sagt Meyer. Denn die Aufgaben der Gemeindeleitung des Kirchenrates sind vielfältig: „Alles, was dazu gehört, eine Kirchengemeinde am Laufen zu halten.“ Neben dem Gottesdienst und dem Gemeindeleben insgesamt, zählen auch Personalfragen, die Einrichtungen – etwa Kindertagesstätten – oder die Friedhöfe dazu.

Stolz auf demokratischen Aufbau der evangelischen Kirche

„Die wichtigen Fragen werden im Gemeindekirchenrat diskutiert, von Anschaffung über Einstellung bis zur thematischen Ausrichtung“, sagt Meyer, der stolz ist auf den demokratischen Aufbau der evangelischen Kirche.

Je nach Größe der Kirchengemeinde setzt sich die Zahl der Kirchenältesten zusammen. „Der Begriff stammt aus der Bibel“, erklärt Meyer-Schürg. Früher hatten wirklich die Ältesten die Leitung inne, heute ist das Alter gemischt. „Im Grunde geht es um profilierte Personen, die Lust haben mitzugestalten“, sagt er. Insgesamt stehen in den sechs Gemeinden 66 Kandidaten zur Wahl.

Berufungen können Kirchenrat um Kompetenzen ergänzen

Zu den gewählten Kirchenältesten können auch welche berufen werden. So können Menschen mit viel Erfahrung oder einem besonderen Schwerpunkt eingebunden werden. „Es geht darum mit der Berufung etwas in die Waage zu bringen, was durch die Wahl nicht geschafft worden ist“, erläutert Meyer. Wichtige Kompetenzen sind etwa Rechtsfragen, das Baufach oder Finanzen, berichten beide Pfarrer.

Es gebe viele, die sich gerne für die Kirche engagieren, sagen beide. Oft aber nur punktuell für einzelne Projekte oder Aufgabengebiete. In der Gemeinde Heilig-Geist tritt mit der 18-jährigen Schülerin Anike Charlotte Cordes die jüngste Kandidatin an. Aus Stickgras kommt der älteste Kandidat Wilfried Wührmann, der schon über 80 Jahre alt ist.

Allgemein sei das Durchschnittsalter der Kandidaten für den Gemeindekirchenrat eher älter. „Man muss ja überlegen, das ist für sechs Jahre. Das ist auch ein Ehrenamt mit Verantwortung“, sagt Pfarrer Meyer.