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Gemeinsam für mehr Personal Klinik-Angestellte protestieren in Delmenhorst

24.06.2015, 18:39 Uhr

Die Beschäftigten beider Delmenhorster Kliniken haben sich am Mittwoch an der bundesweiten Aktion „162.000 für 162.000 – Mehr von uns ist besser für alle!“ beteiligt.

Diese ist Bestandteil der nationalen Kampagne „Der Druck muss raus!“ und steht für den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Geschäftsführung, Betriebsrat und Mitarbeitervertretung der Delmenhorster Krankenhäuser sind sich einig: Eine Änderung der Krankenhausfinanzierung sei dringend notwendig, um das für die Patientenversorgung notwendige Personal bereit zu stellen beziehungsweise bezahlen zu können. Der Betriebsrat des Klinikums und die Mitarbeitervertretung des St. Josef Stiftes sehen das Personal am Limit. Überstunden und Krankheitsausfälle seien die Antwort auf steigende Patientenzahlen. Deshalb beteiligten sich sowohl das St. Josef-Stift Delmenhorst als auch das Klinikum Delmenhorst am Mittwoch an der einmaligen ver.di-Aktion „162.000“, die auch von der Deutschen und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft unterstützt wird.

Personaldecke dünnt aus

Doch was bedeutet 162.000? Nach einem Personal-Check der Gewerkschaft ver.di fehlen an den deutschen Krankenhäusern insgesamt 162.000 Mitarbeiter verteilt über alle Berufsgruppen. Die Personaldecke dünnt in allen Bereichen immer mehr aus, allein in der Pflege fehlen laut ver.di 70.000 Vollzeitkräfte. Mit der bundesweiten Aktion am Mittwoch wollen die Krankenhäuser darauf aufmerksam machen, wie viele Vollzeitstellen für eine gute stationäre Patientenversorgung deutschlandweit aktuell fehlen. Dazu wurden 162.000 Nummernschilder an alle Krankenhäuser verschickt.

für einen fehlenden Kollegen – eben von 1 bis 162.000. Nach den Berechnungen von ver.di fehlen am Klinikum Delmenhorst und am St. Josef-Stift Delmenhorst über alle Berufsgruppen hinweg insgesamt 156 Mitarbeiter.

Hohe Arbeitsbelastung

Auch Geschäftsführer Thomas Breidenbach sieht die hohe Arbeitsbelastung. Allerdings muss er einräumen, dass seine beiden Krankenhäuser aus betriebswirtschaftlicher Sicht personell gut ausgestattet sind. Sein Problem ist, dass mehr Personal vorhanden ist als finanziert wird. Diese Deckungslücke muss dringend geschlossen werden. Einigkeit besteht also auf allen Seiten darüber, dass mehr Geld in das Gesundheitswesen fließen und demnach eine umfassende wirkliche Reform der Krankenhausfinanzierung schnell erfolgen muss.