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Gemeinsames Projekt soll Impulse geben Delmenhorsts christliche Konfessionen rufen zum „Thesenanschlag“ auf

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 05.04.2017, 10:19 Uhr

Anregungen, Kritik und Wünsche: All das dürfen Delmenhorster im Rahmen eines Projektes bei der Kirche loswerden. Die Aktion bereitet auf einen Open-Air Gottesdienst vor.

Vor rund 500 Jahren hat Martin Luther mit seinem Thesenanschlag an die Schlosskirche in Wittenberg seiner Kritik an der Kirche freien Lauf gelassen. Die Delmenhorster können es ihm in den kommenden Wochen gleichtun und ihre Anregungen, Kritikpunkte und Wünsche an eine Kirchentür nageln.

Kirchenvertreter hoffen auf neue Impulse

„Anzetteln, aufbrechen, anpacken – Weck den Luther in dir“, heißt das Projekt das die hiesigen christlichen Konfessionen auf den Weg gebracht haben. Die Einwohner der Stadt dürfen konstruktive Kritik an Glauben und Kirche niederschreiben und in Anlehnung an Luthers Thesenschlag an eine Kirchentür hängen. „Wir wollen mit den Thesen der Bürger arbeiten und prüfen, ob unsere kirchlichen Angebote noch relevant sind. Wir erhoffen uns Impulse für die Zukunft“, erklärt Citykirchen Pfarrer Thomas Meyer.

Erster „Thesenanschlag“ beim Autofrühling

Für den „Thesenanschlag“ wird eine echte Holztür herhalten, die an verschiedenen Terminen in der Öffentlichkeit stehen wird. Der Anfang wird beim Autofrühling am Sonntag, 23. April, gemacht. Dort wird die Tür erstmals für Anregungen und Kritik herhalten. Weitere Termine sind das Erdbeer- und Spargelfest (28. Mai), Graf Gerds Stadtgetümmel (1.bis 2. Juli) sowie die Wochenmärkte am 5. und 9. August. Zudem können in den Kirchengemeinden Anregungen hinterlassen werden.

Projekt bereitet auf Open-Air-Gottestdienst vor

Das Projekt dient zur Vorbereitung auf den ökumenischen Open-Air Gottesdienst, der am 13. August auf der Burginsel (11 Uhr) gefeiert wird. Dort werden die „Thesen“ der Delmenhorster in dem Gottesdienst miteingebunden. „Es wird kein altbackener Gottesdienst werden“, verspricht Christian Richter, Pastor der Erlöserkirche. Aber auch über den Gottesdienst hinaus wollen die verschiedenen Konfessionsvertreter mit den „Thesen“ an ihren kirchlichen Angeboten arbeiten.