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Genüsse in der Villa Kaufmann Operetten in Delmenhorst frisch aufgetischt

Von Jasmin Johannsen | 19.11.2018, 09:23 Uhr

Eine Mischung aus musikalischen und kulinarischen Genüssen erwartete das Publikum am Freitagabend in der Villa Kaufmann. Das Duo Stefanie Golisch und Nico Stabel gastierten mit „Zu Tisch! A Tavola!“.

Forellenmus auf Pumpernickel als Vorspeise, im Hauptgang Ente à la Dubarry und zum Dessert Herrencreme – auch wenn es so scheint, am Freitagabend wurde in der Villa Kaufmann kein Kochkurs veranstaltet. Stattdessen gaben die Bremer Opernsängerin Stefanie Golisch, die in Delmenhorst vor allem in ihrer Funktion als Leiterin des Chors „Teutonia“ bekannt ist, und der Berliner Pianist Nico Stabel ein Konzert. Gemäß dem Motto „Zu Tisch! A Tavola! Zu Gast in den Küchen von Mozart, Verdi, Rossini & Co“ wurden die Essensgewohnheiten der Komponisten offenbart und die dazu passenden Werke dargeboten. In heimeliger Atmosphäre lauschten rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer dem liebevoll arrangierten Konzertabend, mit dem Golisch und Stabel dem Publikum an „Herz und Nierchen“ gehen wollten.

Wo die Zitronen blühen

Ob Goethes „Tischlied“ oder „Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh’n“, „Stride la vampa“ aus Verdis Oper „Il Trovatore“ oder die Arie „O mio babbino caro“ von Puccini – Golisch trug die bekannten Melodien mit ihrem Mezzosopran glasklar vor. Und erntete dafür viel Applaus. Vor allem die Darbietung von Händels „Lascia ch’io pianga“ ergriff das Publikum sichtlich und hörbar: Bei dem großen Finale ging ein anerkennendes Raunen durch die Zuschauerreihen.

Aber nicht nur musikalisch wusste das Duo zu überzeugen. Die komödiantische Moderation lud zum Lachen und hin und wieder auch zum Stauen ein. Den meisten Zuhörern und Zuhörerinnen war jedenfalls unbekannt, dass Goethe eine Vorliebe für aphrodisische Nahrungsmittel hatte und deshalb am liebsten „Artischocken, Feigen und Champagner“ zu sich nahm.

Originalrezepte mitnehmen

Kochen und musizieren hätten mehr gemeinsam, als weithin bekannt, waren sich die beiden Musiker einig. „Essen, singen, lieben und verdauen – das sind die vier Akte der komischen Oper, die sich Leben nennt,“ zitierte Golisch dann auch prompt den italienische Komponist Rossini, der nicht nur ein musikalisches Genie, sondern auch ein begabter Koch gewesen sein soll. Wer nach diesem kulinarischen und außergewöhnlichen Konzertabend selbst einmal wie die großen Meister speisen wollte, durfte sich nach der Verabschiedung durch das „Trinklied“ Originalrezepte aus dem 18. und 19. Jahrhundert mitnehmen.