Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Geplantes Baugebiet Langenwisch Protest gegen versuchte Rodung in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 07.09.2017, 22:09 Uhr

Die Stadt wollte am Mittwoch unter Baggereinsatz Baugrund erkunden. Dagegen haben Bürgergruppen und der Nabu jetzt nochmals ihren Protest Ausdruck verliehen.

Der Nabu Delmenhorst, die Bürgerinitiative (BI) Langenwisch und die Interessengemeinschaft (IG) Menkens Moor haben nochmals ihren Protest gegen die am Mittwoch unterbrochenen Baugrunderkundungen der Stadt auf der Wiese hinter den Häusern „An der Schaftrift“ zum Ausdruck gebracht. In nächster Nähe soll dieses Jahr an der Langenwischstraße ein Baugebiet erschlossen werden.

„Bauarbeiten bedrängen Fledermäuse“

So weist Yvonne Ingenbleek vom Nabu darauf hin, dass sich an der Stelle ein nachgewiesenes FFH-Biotop befinde, die die Stadt überbauen wolle. Die Außenbereichsfläche sei besonders geschützt, deren Veränderung gesetzlich verboten. „Es sind Bagger angerückt, um Büsche zu roden, obwohl noch kein politischer Beschluss über den B-Plan gefasst wurde“, kritisiert Ingenbleek. Zudem weist sie auf die Auswirkungen möglicher Bauarbeiten in dem Gebiet auf dort lebende Fledermäuse hin. Baumaßnahmen schädigten Lebensraum und Insektenpopulation, die die streng geschützten Fledermäuse als Nahrungsquelle benötigten.

„Bürgerbeteiligung ist äußerst enttäuschend“

Jürgen Schurig und Silvia Schierenbeck brachten für die BI Langenwisch und IG Menkens Moor ihre Verärgerung über die vorgesehenen Rodungen zum Ausdruck. Auch wenn es sich um eine Baugrunduntersuchung handele, „rechtfertigt dies nicht die Zerstörung eines jahrzehntelang gewachsenen Biotops, ohne dass der Planungsprozess abgesegnet ist.“ Beide Gruppen seien alarmiert darüber, „wie in einem laufenden Bürgerbeteiligungsverfahren unumkehrbare Fakten geschaffen werden“. Schurig und Schierenbeck betonen, dass sie sich nicht generell gegen Wohnbebauung in dem Areal stellen. Jedoch seien Bemühungen seitens der Verwaltung und der Politik, Bürger zu beteiligen, nicht über gesetzliche Zwänge hinaus gegangen. Ein Umstand, den beide als „äußerst enttäuschend“ bezeichnen.