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Gericht entscheidet am Donnerstag Wird das Wasser im Delmenhorster Wollepark erneut abgestellt?

Von epd | 03.05.2017, 17:44 Uhr

Das Oldenburger Landgericht entscheidet an diesem Donnerstag (4. Mai), ob in den umstrittenen Wohnblöcken 11 und 12 im Delmenhorster Wollepark erneut das Wasser abgestellt wird. Bis zum Mittwoch seien die offenen Rechnungen nicht beglichen worden, sagte die Sprecherin der Stadtwerkegruppe, Britta Fengler.

Vor einer Woche hatte der Energieversorger bereits das Gas abgedreht, weil die Vermieter das von den Mietern gezahlte Geld für Wasser und Gas seit Monaten nicht an die Stadtwerke weitergeleitet hätten. (Lesen Sie auch: Gas-Sperre: Wollepark-Bewohner sind fassungslos) 

Anfang April hatte die Stadtwerkegruppe schon einmal das Wasser für die 80 Wohnungen abgestellt, musste es aber wegen eines Formfehlers wieder fließen lassen. Sollte das Gericht nun die Unterbrechung der Wasserzufuhr für rechtens erklären, werde die Stadtwerkegruppe nach Gesprächen mit der Stadt die Lieferung zügig einstellen. Fengler zufolge müssen die Mieter weder über den Zeitpunkt informiert werden, noch muss die Stadtwerkegruppe irgendwelche Fristen einhalten.

Teil der Gebühren gepfändet

Es geht um ausstehende Zahlungen seit 2016, erläuterte Fengler. Insgesamt fehlten 75.000 Euro für Gas und 54.000 Euro für Wasser. Hinzu kommen rund 97.000 Euro an Abwassergebühren, die zwar von den Stadtwerken eingezogen werden, jedoch direkt an die Stadt weitergereicht werden. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte auf Nachfrage, dass zumindest ein Teil dieser Gebühren gepfändet worden sei. Eine Summe wollte sie jedoch nicht nennen. Aktive Überweisungen habe es nicht gegeben. (Lesen Sie auch: Die Geschichte hinter der Wassersperre im Wollepark) 

Anwalt unterstützt Mieter

In den Wohnungen werde es langsam unangenehm kalt, sagte Franz-Josef Franke von der Delmenhorster Diakonie. Weil die Heizungen nicht mehr arbeiteten, gebe es für die rund 350 Bewohner, darunter 80 Kinder, auch kein heißes Wasser mehr. Zusammen mit einem Anwalt rate die Diakonie Betroffenen weiter dazu, die Mietzahlungen einzustellen. Auch ein Dolmetscher stehe dafür zur Verfügung. Einige Bewohner, die ihre Miete bereits reduziert haben, hätten von ihrem Vermieter eine Kündigung erhalten. Auch in diesen Fällen unterstütze der Anwalt, sagte Franke. „Eine Kündigung nach nur einer nicht gezahlten Miete ist unwirksam.“ (Lesen Sie auch: Wollepark sollte einst Delmenhorsts Aushängeschild werden)