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Gericht fasst Urteile zusammen Brutaler Räuber aus Delmenhorst steht vor Haftstrafe

Von Alexander Schnackenburg | 02.11.2015, 20:00 Uhr

Ein 26-jähriger Delmenhorster sieht nach zwei Raubüberfällen auf offener Straße einer hohen Freiheitsstrafe entgegen. Ein zweites Urteil kommt inzwischen hinzu.

Einem Angeklagten aus Delmenhorst droht eine hohe Freiheitsstrafe: Bereits im März dieses Jahres hatte das Amtsgericht Delmenhorst den 26-jährigen wegen gemeinschaftlich begangenen Raubs und gemeinschaftlich begangener Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt.

Ähnliche Straftat im Januar

Gegen dieses Urteil war der Delmenhorster in Revision gegangen, um eine mildere Strafe zu bekommen – und muss nun mit einer wesentlich höheren Strafe rechnen. Denn wie sich bei der Verhandlung im Landgericht Oldenburg am Montag herausstellte, ist der gelernte Verkäufer bereits im Januar dieses Jahres vom Amtsgericht Oldenburg ebenfalls zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden – wegen einer ähnlichen Straftat.

Mindestens zwei Jahre ohne Bewährung

Diese war allein deswegen nicht in das Delmenhorster Urteil eingeflossen, weil das Oldenburger Urteil zum Zeitpunkt der Verhandlungen in Delmenhorst noch nicht rechtskräftig gewesen war. Jetzt wird das Landgericht beide Straftaten und beide Gerichtsurteile ohne weitere Verhandlungen in einem Gesamturteil zusammenfassen. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit einer Freiheitsstrafe von mindestens zwei, eher zweieinhalb Jahren ohne Bewährung.

„Wie ein Rudel Wölfe“

Der Beschuldigte hatte im Oktober 2013 in Delmenhorst mit Komplizen einen betrunkenen Mann ins Gebüsch gezerrt, geschlagen und ihm das Handy geraubt. Dabei trug der Geschädigte einen Nasenbeinbruch, eine Gehirnerschütterung und ein Trauma davon. „Wie ein Rudel Wölfe“, so das Amtsgericht Delmenhorst, seien der Angeklagte und seine Komplizen über ihr Opfer hergefallen.

Bewährung ausgeschlossen

Ganz ähnlich war der Delmenhorster am 14. Mai 2014 in Hude vorgegangen: Auch dort überfiel er mit Komplizen einen Mann, verletzte ihn und raubte ihn aus. Auch in diesem Fall hatten die Richter, dieses Mal am Amtsgericht Oldenburg, den Angeklagten zu einem Jahr und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Für das Gesamturteil, dass das Landgericht Oldenburg nun fällen wird, ist eine Strafe auf Bewährung nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ausgeschlossen.