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German Mantrailing Association Kleine Retter mit feiner Nase üben in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 16.12.2015, 07:52 Uhr

Für die Hunde steht beim Mantrailing der Spaß im Vordergrund. Nach ihrer Ausbildung können sie der Polizei bei Einsätzen helfen. Die Gruppe Bremen-Oldenburg trainiert regelmäßig in

„Pebbles hat heute keine Lust.“ Mit diesen Worten kommentiert Kathrin Brockmann den zunächst nicht sehr erfolgreichen Versuch des kleinen Rauhaar-Jack-Russel-Terriers, eine versteckte Person im Gebüsch in der Graft zu erschnüffeln. Brockmann leitet die Regionalgruppe Bremen-Oldenburg der German Mantrailing Association. Die Mitglieder bilden ihre Hunde zu Personensuchhunden aus.

Jede Rasse eignet sich fürs Mantrailing

Bei Einsatzhunden hat man zunächst andere Rassen im Kopf, beispielsweise die von der Polizei bevorzugt eingesetzten Schäferhunde, und nicht unbedingt Beagle oder Jack-Russel-Terrier. Doch eines haben nun einmal alle Hunde gemeinsam: eine äußerst feine Nase. „Jede Rasse eignet sich zum Mantrailing. Das Entscheidende ist die Ausbildung“, betont Brockmann. Mit dabei ist auch die Delmenhorsterin Thekla Pohler mit ihrer Beagle-Hündin Greta. Und die ist voll dabei. Ihre Aufgabe: An einem Autositz schnüffeln und die Person, die zuletzt darauf saß, in der Graft finden. Keine zwei Minuten braucht Greta, um die Fährte auf den Graftwiesen aufzunehmen und die gesuchte Person im Gebüsch am Wasserwerk aufzuspüren.

Hunde werden auf bestimmte Personen geprägt

Im Unterschied zu den Flächensuchhunden, die zum Einsatz kommen, wenn jemand beispielsweise im Wald vermisst wird und die große Flächen absuchen, suchen im Mantrailing ausgebildete Hunde nicht nur Menschen allgemein, sondern bestimmte Personen. Sie sind auch in belebten Gebäuden wie Bahnhöfen oder in Menschenmassen wie bei Weihnachtsmärkten einsetzbar.

Nach erfolgreicher Prüfung eine Hilfe für die Polizei

„Wir trainieren mit stark kontaminierten Proben, damit es auch im Ernstfall funktioniert“, erklärt Brockmann. Ein gut ausgebildeter Hund würde es beispielsweise schaffen, an einem Laternenmast, an dem der Gesuchte kurz gelehnt hat, eine Fährte aufzunehmen. Ihre „Einsatzreife“ erreichen die Hunde nach zwei bis drei Jahren Training. Nach einer absolvierten Rettungshunde-Einsatzprüfung können sie der Polizei dann bei Einsätzen helfen.

Hunde sehen Suche als Spiel

Im Vordergrund steht im Training aber der Spaß: „Das ist eine super Sache, um Hunde auszulasten. Die Hunde sehen das als Spiel und Spaß an“, erklärt Brockmann. Das sieht man Greta auch nach dem Sucherfolg an: Kläffend springt sie an der gefundenen Person hoch und freut sich über die Belohnung: Eine Portion Fleischsalat.