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Geschäftsführung neu besetzt Stabwechsel und viel Wandel bei Diakonie Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 17.01.2018, 16:10 Uhr

Franz-Josef Franke, seit August 2013 Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land, steht unmittelbar vor einem Wechsel nach Oldenburg. Dort wird der 52-Jährige zum 1. April eine neue Aufgabe als Referent beim Landesverband des Diakonischen Werkes übernehmen. Auch sonst steht bei der Diakonie viel Neues an.

Wenn Kreispfarrer Bertram Althausen, Vorstandsmitglied der Diakonie, von den Neuerungen erzählt, gerät er fast etwas aus der Puste: Der Wohlfahrtsverband hat viel hinter sich. Neue Rechtsform, die Gründung neuer Nachbarschaftsbüros, einen Umzug des Sitzes in die Fußgängerzone, und die Suche nach einer neuen Geschäftsführung: Denn Franz-Josef Franke, seit 2013 Chef, geht. Neu kommt Saskia Kamp.

Kamp leitet die Geschicke der Diakonie ab 1. April von der Zentrale in der Langen Straße 39 aus. Zwischen Weihnachten und Neujahr wurden die Kartons in der Lutherstraße gepackt und in die Lange Straße gebracht. Seitdem richten sich die Mitarbeiter neu ein. In der Lutherstraße wurde es zu eng.

Mitarbeiterzahl hat sich verdoppelt

Dort werden künftig die Streetworker untergebracht sein sowie die Ehrenamtskoordination. Die wurde in den letzten Jahren immer wichtiger: Speziell wegen der Flüchtlingsarbeit ist die Zahl der aktiven Ehrenamtler auf 196 angewachsen. Die Zahl der festen Mitarbeiter verdoppelte sich in Frankes Amtszeit von 29 auf 58.

Verdoppelt hat sich nun auch die Zahl der Nachbarschaftsbüros: Zu den Standorten in Düsternort und im Wollepark kommt ein Diakonie-Büro in Hasport hinzu sowie eines der AWO in Deichhorst. In beiden Bereichen gäbe es, sagt Franke, eine verdichtete Bebauung und Zuzug mit „einer augenfälligen Unterschiedlichkeit in der Bevölkerung, auf die man eingehen muss.“ Koordiniert werden die Aktionen aller Büros von der Diakonie.

„Besser, flexibler, schneller“

Die Entscheidungsstruktur innerhalb des Verbandes wird derweil, sagt Althausen, „besser, flexibler und schneller“, denn seit Beginn des Jahres sei man ein unabhängiger eingetragener Verein – und nicht ein Teil des Kirchenkreises. Viele Entscheidungen – wie etwa beim Personal – müssen somit nicht mehr mit mehreren kirchlichen Gremien abgestimmt werden. An Finanzierung und kirchlicher Ausrichtung der Entscheider ändere sich nichts. Die Tarife für die Mitarbeiter würden weitergeführt wie gehabt.

Nachfolgerin mit viel Erfahrung

Frankes Weggang aus der heimischen Diakonie zum Landesverband Oldenburger Land wurde gestern den Mitarbeitern mitgeteilt. „Es gab Betroffenheit, Schweigen – und Bedauern“, berichtet Kreisdiakoniepfarrer Dietrich Jaedicke nach dem Mitarbeitertreffen. Mit Franke hatten die Mitarbeiter einiges erlebt: Er hatte sich wesentlich für den Ausbau der Flüchtlingsarbeit im Landkreis Oldenburg und in der Stadt Delmenhorst engagiert, für die Weiterentwicklung der Nachbarschaftsbüros an sozialen Brennpunkten, für den Kindermittagstisch in sechs Delmenhorster Kinder- und Jugendhäusern sowie für die Unterstützung der Bewohner in den vom Gas und Wasser abgeschnittenen Hochhäusern Am Wollepark 11 und 12. Nachfolgerin Kamp aus Harpstedt hat bisher in der Sozialpädagogischen Leitung zweier Asylbewerberheime, für ein Familien- und Kinder-Service-Büro, in der Frauenberatung Verden sowie in der Mobilen Betreuung und im Betreutem Jugendwohnen gearbeitet. Zuletzt war die 48-Jährige als Koordinatorin für die Flüchtlingsarbeit bei der AWO Delmenhorst tätig. Seit Januar ist sie bei der Diakonie.

Lob an Mitarbeiter

Franke sagte, er verlasse das Kreisdiakonische Werk in einer starken und guten Verfassung. Seine Botschaft für seine Nachfolgerin: „Es gibt ein breites, gutes Fundament, das einen stützt, und auf das man sich verlassen kann.“ Damit meint er die Mitarbeiter, mit denen er gern zusammengearbeitet habe, die sich immer mit großem Engagement für die Menschen in ihrem diakonischen Arbeitsfeld eingesetzt hätten, und bei denen er sich ausdrücklich bedankt. Und besonders begeistert habe ihn auch das gute Netzwerk, die enge Kooperation mit Kreis- und Stadtverwaltung und mit den anderen Wohlfahrtsverbänden sowie vor allem „das überaus starke und vielfältige ehrenamtliche Engagement.“

Ungeachtet seiner neuen Funktion möchte Franke der Diakonie in Delmenhorst und im Landkreis in der Funktion als Berater, Unterstützer und Förderer auch in Zukunft erhalten bleiben.