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Gesetzesänderung erlaubt Reduzierung Delmenhorster Schulen hoffen auf Tempo 30

Von Sonia Voigt | 26.05.2017, 11:46 Uhr

An der Langenwischstraße dürfen Autos zwischen Schule und Seniorenheim sowie an der Kita nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Eine Kommission prüft neun weitere Standorte.

Vor der Grundschule Stickgras, der Senioreneinrichtung Haus am Park und der Städtischen Kita an der Langenwischstraße ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 schon beschlossene Sache. Und dieses Vorgehen könnte Schule machen: Die Verkehrssicherheitskommission (VSK) prüft gerade, ob Autofahrer künftig vor sechs weiteren Grundschulen, zwei Kitas und am Gut Dauelsberg auf die Bremse treten müssen. Eine Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) erlaubt seit Ende 2016, ohne größere bürokratische Hürden auch auf Hauptverkehrsstraßen abschnittsweise Tempo 30 einzuführen. Betroffene Schulen verfolgen das wohlwollend.

Keine durchgehende Begrenzung auf Langenwischstraße

Fest steht, dass an der Langenwischstraße zwischen Grundschule und Haus am Park künftig dauerhaft Tempo 30 gilt. Vor der Kindertagesstätte gilt die Geschwindigkeitsreduzierung nur montags bis freitags zwischen 7 und 17 Uhr. Die Anregung der Politik aus dem Planungs- und Verkehrsausschuss, zwischen Syker Straße und Tannenbergstraße durchgehend Tempo 30 einzuführen, lehnte die VSK nach Angaben des Fachdienstes Verkehr ab. Zum einen sollen auf Hauptstraßen maximal 300 Meter beschränkt werden, um nicht die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer zu verlieren. Zum anderen sei die Fahrzeit der Delbus-Freizeitlinie 214 knapp bemessen, ein längerer Tempo-30-Abschnitt gefährde die Anschlüsse.

Liste des Fachdienstes Verkehr nennt neun weitere Standorte

Der Busverkehr und bestehende Einrichtungen zur Schulwegsicherung, wie etwa Fußgängerampeln, spielen auch eine Rolle, wenn die VSK bis Jahresende bei Ortsterminen die neun weiteren Schul-, Kita- und Heimstandorte überprüft, für die Tempo 30 in Frage kommt. Grundlage dieser Überprüfung ist eine Liste, die der Fachdienst Verkehr Anfang 2016 auf Antrag der parteineutralen Linksfraktion „Pro Delmos“ erstellte. Dazu analysierten die Verkehrsfachleute, vor welchen Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern 50 Stundenkilometer erlaubt sind und wo die StVO-Änderung greifen könnte.

Hohes Verkehrsaufkommen vor Grundschule in Bungerhof

An den betroffenen Grundschulen wird das gespannt verfolgt, der Wunsch nach Tempo 30 ist weit verbreitet. „Das Verkehrsaufkommen vor unserer Schule ist wahnsinnig hoch, viele geben hier auf der Stedinger Straße stadtauswärts richtig Gas“, beobachtet Schulleiter Torsten Karp an der Grundschule Bungerhof-Hasbergen. Tempo 30 sei wünschenswert, aber noch gravierender sei die Parksituation. Der alte Schulparkplatz sei schon für das Personal zu klein, die Lage neben dem Fahrradständer gefährlich. „Dazu sind wir aber schon im Gespräch mit der Stadt“, berichtet Karp.

An Parkschule steht Parkplatznot im Vordergrund

In der ebenfalls an der Stedinger Straße gelegenen Parkschule begrüßt Schulleiter Hartmut Seedorf die Aussicht auf Tempo 30 ebenfalls, glaubt aber nach vielen vergeblichen Vorstößen nicht daran, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der großen Ausfallstraße tatsächlich kommt. „Eher wäre es auf der Thüringer Straße auf der anderen Schulseite möglich, aber die ist zu den Bring- und Abholzeiten eh so zugeparkt, dass es gar nicht schneller vorangeht“, sagt er lakonisch.

Autobahn-Nähe und Ampel bereiten an Knister-Grundschule Sorgen

Die Parkplatzsituation treibt auch Personal und Eltern der Knister-Grundschule an der Adelheider Straße stärker um. „Aber Tempo 30 ist hier grundsätzlich gewollt, vor allem wegen des Brennpunkts an der Ampel und weil die Fahrer hier von der Autobahn kommen“, sagt Schulleiterin Ulrike Schwengsbier. Zumindest am Geld wird das Vorhaben an keinem der Standorte scheitern: Die finanziellen Mittel für Beschilderung und Markierung sind laut Stadtsprecher Timo Frers im Haushalt 2017 eingeplant.