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Gesundheit Nur wenige Nutzer der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Von Frederik Grabbe | 25.10.2017, 18:02 Uhr

Auf sie wurden große Hoffnungen gesetzt, heute nutzen sie nur wenige: Nur 20 Menschen in Delmenhorst verwenden die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Die Stadt ist noch immer die einzige Kommune Niedersachsens, die sie einsetzt.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge in Delmenhorst wird nur von wenigen Menschen genutzt. Das hat am Dienstag der städtische Fachdienstleiter Thomas Lauts, zuständig für Beistandschaften und Unterhaltsvorschuss, vor dem Sozialausschuss dargelegt.

Zahl der Nutzer sinkt von 517 auf 20

Nach 517 Nutzern im Februar 2017 machten heute nur noch 20 Menschen von der Karte Gebrauch, sagte Lauts. Immerhin habe sich dadurch der Verwaltungsaufwand für die Stadt reduziert, hielt Lauts fest. Eine Aussage, wie sich die Karte finanziell ausgewirkt habe, sei noch nicht möglich. Eine Abrechnung durch die zuständige Krankenkasse Barmer GEK wurde erst im 1. Quartal 2018 angekündigt.

Delmenhorst noch immer die einzige beteiligte Kommune

Die Gesundheitskarte war im Sommer 2016 mit großen Erwartungen von Landespolitik und Kassenärztlicher Vereinigung angekündigt worden, von einer „Vorreiterrolle“ Delmenhorsts im Land war die Rede. Heute, rund eineinhalb Jahre später, ist die Stadt laut Lauts noch immer die einzige Kommune in Niedersachsen, die die Karte für eine komplikationsfreiere Gesundheitsversorgung von Geflüchteten einsetzt.

Verwaltung hatte hohen Aufwand beklagt

Vor der Einführung in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Barmer GEK hatte die Delmenhorster Verwaltung hohe Kosten und hohen administrativen Aufwand vorausgesagt – Letzteres vor allem vor dem Hintergrund sozialgesetzlicher Bestimmungen, wonach Geflüchtete nach einiger Zeit ohnehin die Kasse wechselten und die Karte somit obsolet würde. Am Ende aber setzte sich die Politik durch, die Diskriminierungsfreiheit erreichen wollte.