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Gesundheitstag am Maxe Delmenhorster Gymnasiasten setzen sich mit Süchten auseinander

Von Kai Hasse | 11.09.2017, 18:47 Uhr

Viel über Sucht und Drogen haben Schüler des Max-Planck-Gymnasiums bei einer Präventionsveranstaltung gelernt. In mehreren Workshops ging es um den Konsum von Alkohol, Cannabis oder um die nicht-stofflichen Süchte Online-Spiele oder Smartphone-Nutzung.

Das Thema Sucht war ein wichtiger Bereich beim vergangenen Gesundheitstag im Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst. Die Schüler haben sich in mehreren Workshops mit der Gefahr, im Alltag süchtig zu werden, auseinandergesetzt. Wichtiger Punkt dabei war vor allem die Sucht nach Handy und Computerspiel.

Schock über frühe Sucht

Ein Schnack mit den Jugendlichen, die um die 14, 15 Jahre alt sind. Was Alkohol und Zigaretten oder die sogenannten „Harten Drogen“ angeht, seien die Workshops nicht sehr erhellend gewesen. Es drehe sich dabei um wenig, worin sie eine große Verlockung sähen. Umso interessanter und schockierender fanden sie die Statistik, dass manche Kinder - wenn sie denn trinken - bereits mit zwölf Jahren anfangen. Interessanter war für sie schon, was die „nicht-stofflichen“ Süchte für einen Einfluss haben - also beispielsweise die exzessive Nutzung von Smartphone, Computer und Spielen.

Alkohol-Exzesse halbiert

Das ist ein Eindruck, den auch Henning Fietz von der Anonymen Drogenberatung (drob)bestätigt. 2012 und 2016 wurden jeweils 1700 beziehungsweise 1900 Schüler nach ihrem Suchtverhalten befragt. Das häufige Rauschtrinken hatte sich in dieser Zeit halbiert. Das gelegentliche Trinken ist ebenfalls stark zurückgegangen. Der Cannabiskonsum hielt sich derweil etwa gleich. Das sei auch ein Effekt des Programms „drop+hop“ des Kommunalpräventiven Rates, das es seit 20 Jahren in Delmenhorst an allen Schulen gibt. Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke dazu: „Das darf uns nicht beruhigen.“ Denn immer noch würden zu viele Drogen genutzt werden.

134 Schnapsflaschen in der Wohnung

Zu den Workshops gehörten die Themen „Mein Leben, mein Smartphone und ich“, „Konsum und Partykompetenz“ oder Strafverfolgung. Sebastian Nitsch von der Polizei zeigte Fotos der Wohnung eines Alkoholikers. Schockierend seien dabei etwa die Fotos des Badezimmers gewesen. „Hygiene hat dann keine Bedeutung mehr. Das wichtigste ist die Suchtbefriedigung“, erklärte er. In der betreffenden Wohnung habe man 134 leere Schnapsflaschen gezählt. Weitere Schlusspunkte des Fachtages waren, dass Jugendliche lernen müssen, beim Smartphone-Gebrauch das richtige Maß zu finden. Das, meinte Tim Berthold von der Anonymen Drogenberatung, würden sie durchaus bereits intuitiv einüben. Dabei sei vor allem auch die Steuerung durch die Eltern wichtig, die Smartphone-freie Zeiten in den Tagesablauf einführen.