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Gesundheitswochen in Delmenhorst JHD zeigt moderne Methoden gegen den Schmerz

Von Lennart Bonk | 09.03.2016, 17:39 Uhr

Am vorletzten Vortragsabend der Gesundheitswochen des Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) haben die Neurochirurgie und die Schmerzmedizin ihr Leistungsspektrum präsentiert.

Sehr zur Freude der Krankenhausleitung fanden sich am Dienstagabend erneut über 70 Besucher in der Markthalle ein. „Das spricht eindeutig für das hochinteressante Thema“, bilanzierte Thomas Breidenbach, Geschäftsführer des JHD.

Zuerst immer konservative Behandlung

Denn laut Statistik haben 80 Prozent der Deutschen einmal in ihrem Leben mit Schmerzen, insbesondere im Rücken- und Wirbelsäulenbereich, zu tun. Über die Möglichkeiten der Wirbelsäulenchirurgie informierte Dr. Dirk Meyer, Chefarzt der Wirbelsäulen- und spinalen Neurochirurgie. Am Standort Mitte werden unter anderem Bandscheibenvorfälle, Wirbelbrüche und Tumorerkrankungen behandelt. Doch operiert wird nur, wenn konservative Behandlungsmethoden, wie Physiotherapie, keine Schmerzlinderung bringen. „Im Vergleich zu früher können wir Ärzte heute auf moderne Technologie zurückgreifen“, so Meyer.

Schmerztherapie durch Elektroimpulse

Wenn eine Operation nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist, kann nur noch die Schmerztherapie zur Linderung verhelfen. Etwa 17 Prozent der Bevölkerung haben chronische Rückenschmerzen. In dem Vortrag „Moderne Konzepte zur Behandlung chronischer Schmerzen“ wies Dr. Gunnar Jähnichen, Leitender Arzt der Schmerztherapie auf die Behandlungsmöglichkeiten im JHD hin. „Chronischer Schmerz spielt sich vor allem im Gehirn ab“, erklärt Jähnichen. In der operativen Schmerzmedizin steht unter anderem die Neurostimulationstherapie zur Verfügung. Bei dieser Behandlung wird einem chronischen Schmerzpatienten eine Elektrode eingesetzt, die durch Stromstöße den Schmerz überdeckt.

Damit werde erreicht, dass im Gehirn keine Schmerzsignale ankommen. Diese Therapie verspricht eine Schmerzlinderung von 50 Prozent, so die Experten. Jedoch wird der Schmerztherapeut von Patienten erst aufgesucht, wenn Haus- und Facharzt nicht mehr weiter wissen. In Delmenhorst ist für eine schmerztherapeutische Behandlung eine Überweisung vom Hausarzt nötig.