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Gewässer in Delmenhorst Fischsterben im Tiergartensee in letzter Minute gestoppt

Von Jan Eric Fiedler | 01.07.2015, 14:44 Uhr

Sauerstoffmangel hat in den vergangenen Tagen zu einem Fischsterben im Tiergartensee geführt. Die Feuerwehr konnte mit Belüftung sowie Frischwasser aus der Welse für Entspannung sorgen.

Rund tausend Fische sind am Dienstag und Mittwoch im Tiergartensee verendet. Grund für das Fischsterben war Sauerstoffmangel. „Wir sind noch mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Karsten Winkelmann, Vorsitzender des Angelvereins Ahnbek 73. Denn der See drohte zeitweise komplett umzukippen. Dies hätte wahrscheinlich den Tod aller Tiere im Teich bedeutet. „Das war eine Rettung in letzter Sekunde“, meint Winkelmann. Sein Verein hat den See als Angelgewässer gepachtet. Eigentümer sind die Stadtwerke Delmenhorst.

Belüftung wird am Donnerstag fortgesetzt

Laut Stadtsprecher Timo Frers ist die Stadt sofort tätig geworden, als die Lage bekannt wurde. „Es wurde versucht, durch Frischwasser und Belüften den restlichen Fischbestand zu retten“, erklärte Frers. Dies hatte laut Winkelmann Erfolg: „Es sind keine Fische mehr an der Oberfläche gewesen, um nach Luft zu schnappen.“ Die Feuerwehr hat zur Rettung Wasser aus der Welse in den See gepumpt. Die Wasserzufuhr und die Belüftung sollen am Donnerstag fortgesetzt werden.

Wasserstand und Sauerstoffgehalt rapide gesunken

Dass es zu der kritischen Lage gekommen ist, liegt laut Winkelmann an den geringen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen. „Es gibt keinen direkten Zufluss über die Welse mehr. Es wird nur noch Niederschlagswasser von der Oldenburger Straße in den See geleitet“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Ebenso wie der Wasserstand ist auch der Sauerstoffgehalt in dem See rapide gesunken. Vor allem Rotaugen, Rotfedern und Gründlinge seien verendet. „Die Gründlinge sind sehr empfindlich. Die dürften das alle nicht überlebt haben“, sagt Winkelmann. Dies sei besonders schade, da der See einen guten Bestand hatte und die Art bis vor Kurzem auf der Roten Liste stand. Bei den großen Fischen, die im See sein sollten (Hecht, Zander, Schleie und Karpfen) hat der Angelverein bisher keine Verluste registriert.

Lage könnte kritisch bleiben

„Langfristig muss man überlegen, ob der Zulauf über die Welse nicht wiederhergestellt werden sollte“, meint Winkelmann. Doch selbst dies hätte bei der Situation in den vergangenen Tagen wohl nicht geholfen: „Beim aktuellen niedrigen Wasserstand der Welse wäre wahrscheinlich nichts in den See geflossen“, sagt Winkelmann. Er hofft nun auf stärkeren Niederschlag in den kommenden Tagen. „Wenn es nicht regnet, bleibt es kritisch.“