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Gewerbepolitik Delmenhorster UAD kritisieren Decathlon-Ansiedlung in Stuhr

Von Frederik Grabbe | 21.04.2018, 17:45 Uhr

Die Stadt Delmenhorst protestiert gegen die geplante Ansiedlung des Sportartikel-Riesen Decathlon in Stuhr. Auch die Politik sieht den Einzelhandel in Delmenhorst in Gefahr – und schließt als Reaktion einen Austritt aus den Kommunalverbund nicht aus.

Ratsherr Uwe Dähne (UAD) hat die Ansiedlung des Sportartikel-Discounters Decathlon im Stuhrer Gewerbegebiet mit deutlichen Worten kritisiert. Mit dem Vorhaben untergrabe die Gemeinde „klar die Zielsetzung des Kommunalverbundes und auch der Metropolregion und schwächt den Delmenhorster Einzelhandel enorm“.

„Lokalegoistische Gewerbepolitik“

Der stellvertretende Fraktionschef der Unabhängigen Delmenhorster wirft Stuhr eine „lokalegoistische Gewerbepolitik“ vor. Er zweifelt offen den Sinn des Kommunalverbunds an und sieht Delmenhorst durch die Partnerkommune praktisch vorgeführt. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die Ziele des Verbunds nicht juristisch verpflichtend seien.

Stadt Delmenhorst erwägt Klage gegen Stuhr

Dähne fordert die Stadt auf, Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft im Kommunalverbund als auch in der Metropolregion abzuwägen und Konsequenzen zu ziehen. Mit seiner Kritik schließt er sich im Grunde der Stadt an, die im Rahmen des Beteiligungsverfahrens erhebliche Bedenken vorgebracht hat und eine Klage erwägt. Der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen hat laut Satzung unter anderem den Zweck, den Raum wirtschaftlich zu stärken – und bei möglichen Interessengegensätzen seiner Mitglieder zu vermitteln. Erst kürzlich hat sich die Stuhrer CDU als größte Fraktion für weiteres Gewerbe-Wachstum stark gemacht.