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„Gifte werden übertragen“ Delmenhorster Labor warnt vor Pestiziden in Orangen

Von Thomas Breuer | 13.12.2015, 16:34 Uhr

Diplom-Ingenieur Gary Zörner vom Delmenhorster Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) auf der Nordwolle warnt vor dem unbedachten Umgang mit Orangen.

Nach seinen Worten befindet sich in Orangen aus konventionellem Anbau, die in Supermärkten vertreiben werden, ein Pestizid-Cocktail. „Schon durch das Anfassen der Schale“, sagt Zörner, „gelangen giftige Chemikalien auf die Haut und können so aufgenommen werden.“ Nur Bioware sei nicht mit Pestiziden belastet.

Kritik an bestehenden Grenzwerten

Für den WDR hat sich Zörner der Problematik angenommen und im Labor genau hingeschaut. In seiner Bewertung kritisiert er den Pestizideinsatz grundsätzlich sowie die bestehenden Grenzwerte. „Diese berücksichtigen nicht die Kombinationswirkungen von mehreren Pestiziden, die gleichzeitig auf einem Produkt vorkommen“, sagt Zörner. „Dieser Cocktail, der sich auch noch mit zahlreichen weiteren Belastungen kombiniert, kann sich zu einer vielfach erhöhten und nicht mehr kalkulierbaren Gesundheitsgefährdung potenzieren.“ In vier untersuchten Proben seien jeweils drei bis fünf toxische Stoffen nachgewiesen worden.

Auch Auspressen der Früchte nicht ohne Probleme

Zörner warnt: „Beim Schälen von Orangen werden über den Kontakt mit den pestizidhaltigen Schalen die chemischen Substanzen auf Hände, Messer, Brettchen und so weiter übertragen. Diese werden dann weiter durch Berührung auf den Fruchtfleischanteil übertragen.“ Auch beim Auspressen von konventionellen Zitrusfrüchten gelange ein Teil der giftigen Substanzen in den Saft.