Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Glander-Gelände gilt als Option Delmenhorster Mevlana-Gemeinde denkt über Umzug nach

Von Thomas Breuer | 26.08.2016, 18:01 Uhr

Kurz vor ihrem 40-jährigen Bestehen beschäftigt sich die muslimische Mevlana-Gemeinde mit Umzugsplänen. Bislang steht ihre Moschee an der Breslauer Straße, wo sie laut Pressesprecher Eyüp Ertugrul rund 700 Menschen aus dem Stadtteil Düsternort erreicht.

Als ein möglicher neuer Standort wird das Gelände des Brennstoff- und Getränkehandels sowie Zeltverleihs Glander an der Cramerstraße/Ecke Düsternortstraße gehandelt. Gespräche zwischen Besitzer Günther Glander und Mevlana-Vertretern hat es gegeben, ohne das diese konkret geworden sind. „Wir haben noch nichts gekauft“, sagte Ertugrul auf Nachfrage.

Baurecht ließe Moschee bei Glander zu

Bei der Stadtverwaltung ist indes eine Bauvoranfrage zum Bau einer Moschee auf dem Glander-Areal eingegangen. Sie sei „auf Grundlage des bestehenden Baurechts grundsätzlich positiv zu bescheiden“, teilte Stadtsprecher Timo Frers mit.

Glander (62) hatte bereits eine Bank beauftragt, für sein 3500 Quadratmeter großes Grundstück einen oder mehrere Interessenten zu suchen. Trotz einjähriger Bemühungen sei es aber nicht zu einem Abschluss gekommen, sagte der 62-Jährige, der mittelfristig kürzertreten möchte, wobei er klarstellt: „Ich will noch nicht in den Liegestuhl.“

Unternehmen in dritter Generation

Sein Großvater hat den Betrieb einst gegründet, in der eigenen Familie gebe es niemanden, der den Betrieb übernehmen wolle. Glander führt ihn seit 1993, er sieht auch, dass die Perspektiven für den Energiehandel, so wie ihn sein Unternehmen betreibt, geringer werden. Denkbar sei auch ein Teilverkauf an einen Interessenten wie die Mevlana-Moschee.

An der Breslauer Straße hat die muslimische Gemeinde seit fast drei Jahrzehnten ihr Zuhause und dort in den vergangenen Jahren ihre Angebote zunehmend ausgeweitet. Beispielsweise gibt es laut Ertugrul seit Kurzem auch eine Gruppe für drei- bis fünfjährige Kinder. Der Platz sei inzwischen knapp, schon länger werde über Möglichkeiten, sich auszudehnen, diskutiert.

„Noch einige Sachen zu klären“

Über die vorliegende Antwort der Stadtverwaltung zur Bauanfrage müsse nun im Vorstand gesprochen werden. „Es gibt einige Sachen, die noch zu klären sind“, tritt Ertugrul dem Eindruck entgegen, ein Umzug auf das Glander-Gelände sei schon in trockenen Tüchern. Auch ob man die dortige Baulichkeit umwidmen könne oder ein Neubau zwingend ist, sei noch völlig offen.

Fest steht hingegen, dass die Gemeinde am Samstag, 14. Januar 2017, ihr 40-jähriges Bestehen angemessen feiern wird. Nicht an der Breslauer Straße oder der Cramerstraße, sondern zentral in der Markthalle.