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Gottesdienste in Delmenhorst Katholische Kirche sieht sich vor Herausforderung

Von Britta Buntemeyer | 01.01.2015, 20:36 Uhr

Von abnehmender Glaubenssubstanz hat Dechant Hubert von der Heide beim Neujahrsgottesdienst in der katholischen Gemeinde St. Marien in Delmenhorst gesprochen. In der Allerheiligen-Kirche wurde für Dankbarkeit plädiert.

Silvester und Neujahr ist die Zeit des Rückblicks, aber auch des Vorausschauens. Auch die Neujahrsgottesdienste in den Kirchen befassen sich traditionell mit dem Zurückblicken und der Aussicht auf das neue Jahr in den Gemeinden, so etwa in der evangelischen Stadtkirche.

In der katholischen St.-Marien-Kirche befasste sich Pfarrer Hubert von der Heide in seiner Predigt mit den Belastungen der katholischen Kirche, den Heraussforderungen der Gemeinde und auch mit der Dankbarkeit für bisherige Begegnungen.

Über 100 Kirchenaustritte

Dankbar sei man für die großen Gottesdienste oder auch das Gemeindefest im Sommer. Auch die Visitation von Weihbischof Heinrich Timmerevers hob er hervor. Mit Sorge hingegen blickt die Gemeinde auf die abnehmende Glaubenssubstanz und die geringere Teilnahme an Gottesdiensten. Über 100 Kirchenaustritte habe es im vergangenen Jahr in der Gemeinde gegeben, der öffentliche Diskurs um den in der Kritik stehenden Limburger Bischof Tebartz-van Elst habe der katholischen Kirche geschadet. Wer ohnehin bereits mit dem Gedanken gespielt habe, die Kirche zu verlassen, sei dadurch endgültig zu diesem Schritt bewegt worden.

„Die Glaubensgemeinschaft lässt nach“, so Dechant Hubert von der Heide. „Aber auch die Glaubensgemeinschaft kann weiter bestehen, wenn sich die Menschen zu ihrem Glauben bekennen und sich gegenseitig ermutigen, ihren Glauben zu bezeugen.“ Auch die junge Generation müsse hier ermutigt werden. Über 50 junge Menschen empfangen laut Pfarrer in diesem Jahr ihr Firmsakrament. Die Zahlen bei Terminen wie Hochzeiten und Taufen hingegen seien wie in den vergangenen Jahren gewesen. Hier habe es keine Brüche gegeben.

Weitere Veränderungen

Sieben Jahre nach der Fusion der Gemeinden St. Marien, Allerheiligen, St. Hedwig, St. Bernhard und St. Michael zur großen Kirchengemeinde St. Marien steht eine weitere Veränderung an. Nach dem Weggang von Pfarrer August Hüsing und dessen Vertreters aus St. Christophorus übernimmt nun Hubert von der Heide die Pfarrvertretung.

Ziel ist, St. Marien und St. Christophorus zu einer Pfarrerei auf Stadtebene zu vereinen. Nicht nur dies werde die Gemeinde vor eine Herausforderung stellen, sondern auch die Fusion des katholischen St. Josef-Stifts und des städtischen Klinikums. „Wir als katholische Gemeinde müssen überlegen, wie wir die Verantwortung für ein neues Krankenhaus und für die Kranken tragen können“, so von der Heide.

Die Neujahrsmesse in der Allerheiligen-Kirche stand ganz im Zeichen der Dankbarkeit. Pfarrer Josef Nieberding rückte zunächst die kriegerischen Auseinandersetzungen in Ländern wie der Ukraine, Afghanistan und Syrien in den Mittelpunkt, bevor er hervorhob, dass man auch dankbar für Bemühungen um Frieden sein solle. Als positiv bewertete er, dass Papst Franziskus vieles in der katholischen Kirche angestoßen habe. „Vor zwei Tagen besuchte ich eine 87-Jährige im Krankenhaus. Sie sagte, sie sei dankbar dafür, dass sie so alt geworden ist“, erinnerte sich Nieberding. „Wir können Gott um Vergebung bitten, wo wir gefehlt haben, und sollten dankbar sein für das, was Gott uns gegeben hat“, sagte der Pfarrer.