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Grabpflege inklusive Neue Bestattungsform auf Delmenhorster Friedhof

Von Marco Julius | 27.03.2017, 17:21 Uhr

Auf dem Friedhof der Heilig-Geist-Gemeinde entsteht eine Gemeinschaftsgrabanlage. Sie wird von Gärtnern angelegt und gepflegt.

Die Friedhofskultur befindet sich im Wandel, neue Grabformen entstehen. Diesem Trend folgt nun auch der Friedhof der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Heilig Geist an der Wildeshauser Straße. In Kooperation mit den ortsansässigen Unternehmen Blumen Bremermann, Blumen Kessler und der Bild- und Steinhauerei Klaus Walter sowie der Nordwestdeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege entsteht auf dem Friedhof eine neue und, das betont Pastorin Gitta Hoffhenke, innovative Bestattungsform, mit der auch der Charakter des Friedhofs als Ort der Trauerverarbeitung in einer Garten- und Parklandschaft beibehalten werden soll.

Gärtner übernehmen Pflege

Auf dem Friedhof entsteht auf gut 50 Quadratmetern eine Dauergrabstelle, die ab Spätsommer Platz bietet für 15 Partnerurnengräber, 60 Einzelurnengräber sowie zwei Sarggräber. Eingebunden in die neue Grabstelle ist der denkmalgeschützte Grabstein der Familie Nordbruch. „Das Besondere an der Ruhegemeinschaft ist, dass die Grabanlage bereits vor der ersten Bestattung angelegt und gestaltet wird – die Pflege und Bepflanzung wird aufgenommen und fortlaufend fortgeführt“, erläutert Ralf Behrmann, Friedhofsverwalter. In der neuen Grabanlage gibt es grundsätzlich keine anonymen Bestattungen. „Jeder Verstorbene wird namentlich auf Gemeinschaftsgrabmalen genannt“, sagt Steinmetz Klaus Walter. Bronzene Buchstaben und Zahlen auf Stelen geben Auskunft über Verstorbene.

Zinsen gleichen Inflation aus

„Für eine Grabstätte in der Gemeinschaftanlage ist ein Dauergrabpflegevertrag mit den ausführenden Unternehmen und der Nordwestdeutschen Treuhandstelle abzuschließen“, sagt Joachim Meyer-Rehberg, Geschäftsführer der Treuhand. Die Treuhandstelle stellt die Vertragssumme in Rechnung und bezahlt alle Leistungen, die vereinbart wurden. Das eingezahlte Geld wird von der Treuhandstelle festverzinslich angelegt. „Die Zinsen gleichen die Inflation aus. Die Treuhandstelle garantiert, dass keine Nachforderungen für vereinbarte Leistungen gestellt werden“, betont Meyer-Rehberg. Die Grabstellen werden für 25 Jahre angelegt. Die komplette Ruhestätte darf erst dann aufgelöst werden, wenn der Vertrag des zuletzt zur Ruhe Gebetteten ausläuft, also 25 Jahre nach der letzten Beisetzung.

Alternative zu Rasengräbern

„Wir wollen mit der Grabstelle auch eine alternative zu den Rasengräbern bieten, die nicht zum Gartencharakter des Friedhofs passen“, sagt Behrmann. Das Gemeinschaftsgrab sei auch für alle Hinterbliebene eine gute Lösung, die nicht so häufig nach dem Grab schauen können, „denn alle Pflegeleistungen sind inklusive“. „Den Angehörigen wird ein schön gestalteter, gepflegter Ort zur Trauerbewältigung angeboten. An dieser Grabstätte wird es möglich sein, Blumenschmuck niederzulegen, was bei pflegefreien Rasengräbern nicht möglich ist. Auch wird durch diese Grabanlage den Menschen die Sorge genommen, dass die eigene Grabstätte später ungepflegt ist“, sagt Behrmann.