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Grabschändungen in Delmenhorst Beide Täter zur Verantwortung gezogen

Von Thomas Breuer | 23.07.2015, 17:37 Uhr

Beide jungen Männer, die mutmaßlich für die Grabschändungen auf dem Jüdischen Friedhof an der Syker Straße in der Nacht zum 17. Juni 2012 verantwortlich waren, sind inzwischen gerichtlich verurteilt – allerdings nur wegen Hausfriedensbruch.

Daraufhin hat jetzt der Anwalt Dr. Norbert Boese, der die Jüdische Gemeinde in einem Verfahren als Nebenklägerin vertreten hat, hingewiesen.

2012 großes Entsetzen nach der Tat

Der Vorfall hatte seinerzeit große Empörung ausgelöst, ebenso wie später der Ausgang der Verhandlung vor dem Amtsgericht Delmenhorst gegen einen der jungen Männer. Das Verfahren wegen Vandalismus war nämlich eingestellt worden, nachdem sich beide gegenseitig der Zerstörungen bezichtigt hatten. Staatsanwaltschaft und Jüdische Gemeinde hatten daraufhin Berufung eingelegt und auf den nicht gewürdigten Tatbestand des Hausfriedensbruchs hingewiesen. Zu einer Jugendstrafe, die der Heranwachsende bereits abzusitzen hatte, kamen so weitere zwei Monate Haft.

Zweites Urteil im April gesprochen

Hausfriedensbruch wurde dann auch dem zweiten Beteiligten zur Last gelegt. Das Amtsgericht verurteilte ihn bereits Mitte April nach dem Jugendstrafrecht zu der Auflage, 300 Euro an den Verein „Brücke“ zu überweisen. Bekannt wurde dieses Urteil erst jetzt durch eine Nachfrage der Nebenklägerin.

Bei der Tat im Juni 2012 waren 18 Gräber teilweise erheblich beschädigt worden. Auf fünf Grabsteine wurden Hakenkreuze gesprüht.