Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Große Imitationen und freche Pointen Delmenhorst: Jörg Knör zeigt sich als Mann mit 1000 Gesichtern

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 09.04.2017, 15:38 Uhr

Parodist, Musiker, Karikaturist: Jörg Knör hat am Samstagabend in der Divarena in Delmenhorst viele Talente an den Tag gelegt. In den Rollen von über 30 Promis stand der Komiker auf der Bühne und und schaffte dabei die irrsinnigsten Begegnungen.

Gibt es einen Menschen, den Jörg Knör nicht imitieren kann? Die Frage ließ sich nach dem zweistündigen Auftritt von Jörg Knör am Samstag in der Divarena durchaus stellen: In knapp drei Dutzend Rollen schaffte es der Komödiant, in seinem Programm „Filou“ auf der Bühne zu schlüpfen. Die Kongruenz mit den Originalen unterschied sich doch teilweise.

Die meisten Prominenten imitierte Knör begnadet unverkennbar. Die einen im Einzelauftritt: Karl Lagerfeld, der über aufgespritzte Lippen sinniert, Rudi Carrell, für besseres Fernsehen über eine Wiederauferstehung nachdenkt oder Udo Lindenberg, der sich um das Älterwerden sorgt.

Noch origineller war dagegen das Zusammenspiel von mehreren Promis im Ein-Mann-Dialog: Helmut Schmidt bei einer Zusammenkunft im Himmel mit seiner Frau Loki. „Helmut, warum wolltest du die Seebestattung nicht?“ „Du konntest doch zu Lebzeiten schon nicht ab, wenn ich meine Asche überall verstreue.“

Musiker parodierte Knörr in teils irrsinnigen Duetten, wie dem von Johannes Heesters und Michael Jackson oder wenn sich Künstler dem Werken anderer Sänger widmeten. So musste sich Helge Schneider „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo widmen oder Karel Gott, der das Lied von der „Biene Maja“ auf Frank Sinatras „My Way“ sang.

Abwechlsungsreiches Unterhaltungsprogramm

Nur wenige Parodien wie die von Rainer Calmund oder Xavier Naidoo waren dem Original nur im Ansatz nahe. Diese stachen aber wohl auch nur deshalb hervor, weil die überwiegenden Nachahmungen fast deckungsgleich mit den Originalen waren. Durch dieses hohe Niveau aus Imitation konnte man Knör auch die ein oder andere schwache Pointe in den Gags verzeihen.

Mit Musik, Gesang und Karikaturen schaffte Jörg Knör es, sein vorwiegend aus Imitationen bestehendes Unterhaltungsprogramm angenehm abwechslungsreich zu gestalten. Dadurch brauchte das Hangeln von einer Parodie zur nächsten auch keinen roten Faden. Mit frechen Sprüchen auch spontan abseits des Skripts konnte der Mann, der gefühlt 1000 Gesichter aufsetzen kann, die rund 130 Gäste in der Divarena begeistern. „Ich kann nicht ernst sein“, sagt er über sich. Dabei nahm er durch seine überspitzte Imitation seine „Opfer“ zwar aufs Korn, blieb aber fast immer, ohne beleidigend zu wirken, innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks.

Weiterlesen: Jörg Knör zu Gast in Papenburg: Streifzug durch eine Entertainer-Karriere