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Großer Empfang in Delmenhorst SOS Kinderdorf feiert 60-jähriges Bestehen

Von Alexander Schnackenburg | 18.06.2015, 19:07 Uhr

Das SOS Kinderdorf feiert 60-jähriges Bestehen. Für Mittwoch hatte es insbesondere jene Delmenhorster zu einem Empfang geladen, die die Kinderdörfer unterstützen.

„Einfach nur etwas Gutes, etwas ganz Wunderbares“: Mit diesen Worten beschrieb Oberbürgermeister Axel Jahnz am Mittwoch im „com.media“ den Geist der SOS Kinderdörfer. SOS Kinderdorf hatte zu einem großen Empfang geladen, um jenen Delmenhorstern zu danken, die den wohltätigen Verein ihrerseits durch Spenden und Patenschaften unterstützen.

Unterstützung aus Delmenhorst seit den 60ern

Dabei ließ Moderatorin Anja Burgart nicht unerwähnt, dass die Unterstützung der Delmenhorster für die weltweit inzwischen 555 auf 154 Länder verteilten SOS Kinderdörfer eine lange Tradition hat: Bereits in den frühen 60er Jahren hatte eine Gruppe Delmenhorster um den Apotheker Rolf Löbering Geld für ein SOS-Kinderdorf in Delmenhorst gesammelt. Wenn dieses Dorf auch nie entstanden ist, finanzierten Löbering und seine Mitstreiter doch immerhin schließlich den Bau des „Hauses Delmenhorst“, das das SOS Kinderdorf Worpswede 1975 feierlich einweihte.

Starke Verbindung nach Worpswede

„Stark wie ein Anker“ sei nicht zuletzt deswegen bis heute die Verbindung Delmenhorsts zu Worpswede, charakterisierte Jahnz die Situation. Um der besonderen Wertschätzung und Bedeutung der SOS Kinderdörfer für Delmenhorst zusätzlich Ausdruck zu verleihen, war nicht „nur“ der Oberbürgermeister auf dem Empfang erschienen, sondern auch sein Amtskollege Bürgermeister Hermann Thölstedt.

Erinnerung an den Gründer

Das Publikum vernahm zudem via Bildschirm Grußworte des Ministerpräsidenten Stephan Weil und der Familienministerin Manuela Schwesig (beide SPD), die sich dafür einsetzen möchte, dass Kinderrechte in der deutschen Verfassung verankert werden. An den 1986 verstorbenen Gründungsvater der SOS Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, erinnerte Anja Burgart anhand historischer Fotos und Zitate. Als Gmeiner noch ein kleiner Junge war, starb seine Mutter – und die große Schwester rückte an ihre Stelle. Durch diese persönliche Erfahrung, heißt es, habe Gmeiner gelernt, dass auch nicht leibliche Eltern Kindern Geborgenheit und eine Familie bieten können.

Zuhause für 60.000 Kinder

Die SOS Kinderdörfer mit ihren „Dorfmüttern“ bieten mittlerweile 60.000 Kindern solche Familien. Im Worpsweder Haus Delmenhorst leben derzeit drei von ihnen in einer sozialpädagogischen Hausgemeinschaft, betreut von vier Mitarbeitern. Künftig sollen dort sechs Kinder leben.