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Großes Herz für kleine Wälder Andrea Radoy organisiert Baumpflanzaktion in Stuhr

Von Dirk Hamm | 09.04.2015, 20:09 Uhr

Andrea Radoy ist die treibende Kraft hinter der jährlichen Babywald-Pflanzung in der Gemeinde Stuhr. Für ihr Engagement ist die Sprecherin von „Mehr Grün für Stuhr“ geehrt worden.

Jedes Jahr an einem Samstag im November erlebt Stuhr an einer Stelle im Grünen eine kleine Völkerwanderung. Dann ziehen bis zu 1000 Menschen mit Kinderwagen und Spaten zu einem Areal mit vorbereiteten Löchern, in denen jede Familie für ihr Neugeborenes einen Baum pflanzt. Gemeinsam mit der Gemeinde ruft die Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün für Stuhr“ zu der in der Region einzigartigen Babywald-Pflanzaktion auf. Als Anerkennung für ihre zentrale Rolle bei deren Organisation ist Andrea Radoy kürzlich im Rathaus mit dem Ehrenamtspreis Stuhrer Wolf ausgezeichnet worden.

Idee kam Anfang der 80er-Jahre

Seit 2007 leitet die Groß Mackenstedterin die rund 25 Mitglieder umfassende Arbeitsgemeinschaft als Sprecherin. Die Ursprünge des Projekts der Babywälder in Stuhr reichen noch viel weiter zurück, weiß die 50-jährige Naturliebhaberin: „Dr. Erhard Godt hatte Anfang der 80er-Jahre die Idee, für jedes Baby einen Baum zu pflanzen, weil es damals gar keinen Wald in der Gemeinde gab.“

Seitdem sind zum Beispiel am Gut Varrel, an der Bundesstraße 322 oder im Henkenmoor 34 kleine Wälder entstanden, die teilweise schon zu größeren Waldflächen zusammengewachsen sind. Mehr als 5000 Bäume sind auf einer Fläche von 26 Hektar angepflanzt worden. Und zumindest für die kommenden Jahre seien seitens der Gemeinde weitere Grünflächen gesichert.

Selbst eine Linde gepflanzt

Andrea Radoy stammt aus Hamburg, 1978 kam sie nach Seckenhausen. 1991 zog die Musikliebhaberin, die bei Airbus in Bremen als Technikerin in der Schadensanalyse beschäftigt ist, mit ihrem Mann Christian auf ein idyllisch gelegenes Grundstück am Großen Heerweg. Nachdem 1994 ihr Sohn zur Welt gekommen war, pflanzten die Radoys im Jahr darauf selbst eine Linde. Dies war die erste Berührung mit „Mehr Grün für Stuhr“. Und als Andrea Radoy 2001 eine private Müllsammelaktion in Groß Mackenstedt ins Leben rief, sprach Erhard Godt sie an und überzeugte sie, sich in der Arbeitsgemeinschaft zu engagieren.

Jährliche Babywald-Radtour

Dort obliegt es der Sprecherin, die verschiedenen Aktionen eines Jahres zu planen. Dazu gehören neben den Pflanzaktionen etwa die Pflege der Babywälder, die jährliche Babywald-Radtour und die Ferienspaßaktion am Gut Varrel. Eine freiwillige Arbeit, die ihr „riesige Freude“ bereite – vor allem, wenn am Pflanztag „viele Menschen gut gelaunt einen schönen Tag mit ihrer Familie verbringen“. Die Pflanzaktion habe inzwischen in der Gemeinde einen „absolut hohen Stellenwert“, was sich in einer Beteiligungsquote von rund 70 Prozent der angeschriebenen Eltern niederschlage. Die Verleihung des Stuhrer Wolfes möchte Andrea Radoy deshalb auch explizit als Dank für die Arbeit der gesamten Arbeitsgemeinschaft verstanden wissen.