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Grünanlage oft voller Abfall Müll im Delmenhorster Wollepark macht Ärger und Arbeit

Von Marco Julius | 11.07.2018, 17:55 Uhr

Grillen ist auf der Wiese im Wollepark ausdrücklich erlaubt. Doch das, was die Griller am Ende des Tages im Park hinterlassen, verursacht der Stadt jede Menge Arbeit – und verärgert viele Parkbesucher.

Asche und Reste von Holzkohlen, Papier, Plastikflaschen, Verpackungsmüll – wer die Grünanlage Wollepark gerade nach sonnigen Wochenenden aufsucht, dem bietet sich mitunter ein unschönes Bild. Mutwillig demolierte Abfallbehälter kommen noch obendrauf. Unter anderem macht die ehemalige Bürgermeisterin Swantje Hartmann immer wieder auf das Müllproblem und den Vandalismus aufmerksam. Der Wollepark dient als naturnahes Erholungs- und Freizeitgebiet, Grillen ist dort ausdrücklich erlaubt.

Bis zu viermal in der Woche wird aufgeräumt

Die Stadt weiß natürlich um das Müllproblem – und kümmert sich, wie Stadtsprecher Timo Frers betont. Mindestens zweimal in der Woche sind Mitarbeiter des Baubetriebs im Wollepark, um den Müll zu beseitigen. „Bei besonders hohem Müllaufkommen sogar bis zu viermal die Woche“, sagt Frers. „Und das trotz der finanziell eingeschränkten Möglichkeiten der Stadt.“

Das schöne Wetter, das seit Anfang Mai viel Sonnenschein gebracht hat, habe dazu geführt, dass mehr Menschen die Grünanlagen der Stadt aufsuchen. „Mehr Menschen bedeuten leider häufig mehr Müll, mehr Müll bedeutet mehr Aufwand bei der Entsorgung“, sagt Frers. „Wer Müll achtlos wegwirft, schadet anderen und sich selbst“, sagt der Stadtsprecher. Sein Appell lautet daher: „Alles, was in den Wollepark mitgebracht wird, sollte auch wieder mitgenommen werden – oder zumindest in den Abfallbehältern entsorgt werden.“ Die Aufenthaltsqualität von Grünanlagen stehe und falle mit dem Verhalten der Nutzer.

Die Stadt setze dabei auf Aufklärung und auch darauf, dass Besucher des Wolleparks mit gutem Beispiel vorangehen und so eine Vorbildfunktion übernehmen.

Kontrollen nicht möglich

Flächendeckende Kontrollen der Grünanlagen am Wochenende seien allein aus Personal- und Kostengründen nicht möglich. „Derartige Kontrollen führen am Ende auch nur zu einer Verschiebung des Problems“, sagt Frers und verweist auf Erfahrungen in anderen Kommunen. „Das Müllproblem in Grünanlagen hat die Stadt Delmenhorst nicht exklusiv.“

Die Stadt, die 2017 Fördergelder aus dem Bund/Länder-Topf „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ beantragt hatte, die unter anderem zur Aufwertung des historischen Landschaftsparks im Herzen des Wollepark-Quartiers dienen sollten, hat aus eben jenem Topf kein Geld für die Grünanlage erhalten, wie Frers berichtet. Gleichwohl bleibe es das Ziel, den Wollepark insgesamt noch weiter aufzuwerten und „zu allen Tageszeiten erlebbar und nutzbar zu machen“, betont der Stadtsprecher.