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Grundsatzbeschluss vertagt Delmenhorster Politik bremst bei neuem Parkhaus

10.03.2016, 19:48 Uhr

Die Delmenhorster Planungspolitiker haben den von der Verwaltung gewünschten Grundsatzbeschluss für den Bau eines neuen Parkhauses zugunsten des geplanten Hertie-Projekts vertagt. Zunächst müssten zahlreiche offene Fragen geklärt werden, hieß es übereinstimmend.

Die Delmenhorster Ratsparteien haben die Verwaltung bei den Planungen für den Bau eines neuen Parkhauses auf dem Platz Am Vorwerk zurückgepfiffen. Auf Antrag der SPD vertagte der Planungsausschuss am Donnerstag, 10. März 2016, mit großer Mehrheit einen von der Verwaltung gewünschten „Grundsatzbeschluss“ für das umstrittene Vorhaben.

„Wer bezahlt das?“

SPD-Ratsherr Detlef Roß erklärte, zunächst müsse beantwortet werden, „was das kostet, wer das bezahlt, wie die Verkehrsströme und das städtebauliche Konzept aussehen“. Die Verwaltung müsse zunächst ihre Hausaufgaben machen, bevor der Bau eines neuen Parkdecks auf den Weg gebracht werde. Paul Wilhelm Glöckner vom Bürgerforum kritisierte, dass die Politik „im Galopp erfüllen soll, was der Investor will“. Dabei werde gegenwärtig nur mit „der Stange im Nebel gestochert“. Er spielte offenkundig darauf an, dass die Stadt nach dem beschlossenen Umbauvertrag für die Hertie-Ruine in ein Wohn- und Geschäftshaus dem Investor DIH (Deutsche Immobilien Holding) weiter entgegenkommen will. Denn laut dem Vertrag soll das alte baufällig Hertie-Parkhaus vermarktungsfähigen Wohnnutzungen weichen. Ersatz für Parkraum soll im Zuge dessen Am Vorwerk mit einer neuen Hochgarage geschaffen werden.

Politik nicht umgestimmt

Fachbereichschef Fritz Brünjes versuchte vergeblich, die Politik umzustimmen. Es sei sehr wichtig, dass der Grundsatzbeschluss gefasst werde, um den Auftrag für weitere Untersuchungen und ein städtebauliches Konzept zu erhalten. Das Ergebnis der Vertagung bedeutet indes dasselbe: Die Verwaltung muss nun, bevor sie den Parkhaus-Bau erneut den Fraktionen vorlegt, Informationen über Kosten, Erschließungsfragen und städtebauliche Aspekte beibringen.

Anwohner verärgert

Betroffene Anwohner, die eigens zu diesem Tagesordnungspunkt erschienen waren, reagierten mit Unmut über die Vertagung. Auch sie hatten weitergehende Informationen sowie die Haltung der Fraktionen zu dem Parkhaus-Plan erhofft.